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Lage weiter gespannt: Südkorea demonstriert militärische Stärke

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel bleibt gespannt. Südkorea demonstrierte am Donnerstag mit einem eintägigen Seemanöver militärische Stärke. Insgesamt zehn Kriegsschiffe feuerten dabei mit ihren Geschützen und warfen Wasserbomben ab. Die Übung solle die Kampfbereitschaft stärken, hieß es.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel bleibt gespannt. Südkorea demonstrierte am Donnerstag mit einem eintägigen Seemanöver militärische Stärke. Insgesamt zehn Kriegsschiffe feuerten dabei mit ihren Geschützen und warfen Wasserbomben ab. Die Übung solle die Kampfbereitschaft stärken, hieß es.

Als Antwort auf das südkoreanische Manöver kündigte Nordkorea ein Abkommen zur Vermeidung bewaffneter Auseinandersetzungen an der Seegrenze zu Südkorea auf. Die Vereinbarung werde für "vollkommen nichtig erklärt", hieß es. Sollten südkoreanische Schiffe in die nordkoreanischen Hoheitsgewässer vordringen, würden sie sofort angegriffen, hieß es in der von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung. Nordkorea kündigte am Donnerstag zudem an, südkoreanischen Arbeitern und Fahrzeugen möglicherweise den Zugang zu der bislang gemeinsam mit Seoul betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong zu verweigern.

Die beiden koreanischen Staaten befinden sich formal immer noch im Krieg, weil der Koreakrieg 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensabkommen beendet wurde. Trotz der Spannungen halten viele Analysten einen Krieg für wenig wahrscheinlich. Südkorea sei Nordkorea militärisch bei weitem überlegen, sagt Daniel Pinkston vom Institut International Crisis Group. Ein Krieg würde Nordkorea total zerstören.

Südkorea beschuldigt den Nachbarn im Norden, am 26. März das Kriegschiff "Cheonan" versenkt zu haben und präsentierte letzte Woche Beweise für eines Torpedoangriff Nordkoreas auf das Schiff. Nordkorea hat alle Vorwürfe von sich gewiesen. Seoul hat wegen des Untergangs der "Cheonan" Handelssanktionen und weitere Strafmaßnahmen gegen Nordkorea eingeleitet.

Die chinesische Regierung lehnte es unterdessen ab, sich den Schlussfolgerungen der internationalen Ermittlerkommission anzuschließen und Nordkorea die Schuld für den Untergang der "Cheonan" zuzuschreiben. Das Außenministerium erklärte, Peking habe über den Zwischenfall keine Informationen aus erster Hand. Der Fall sei sehr kompliziert und die Regierung wolle Informationen von allen Seiten prüfen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Auch Russland hat eine Expertengruppe nach Seoul geschickt, um die Ergebnisse der Untersuchung zum Untergang des Schiffs zu prüfen. Die Spannungen zwischen den koreanischen Staaten dürften auch ein Gipfeltreffen zwischen China, Südkorea und Japan am Wochenende bestimmen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao wird bereits am Freitag in Seoul erwartet.

APN / APN
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