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Machthaber Kim Jong II: Nordkorea anscheinend zu weiteren Atomgesprächen bereit

Nach eineinhalb Jahren Boykott hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong II nach chinesischen Angaben zur Wiederaufnahme der Atomgespräche bereit gezeigt. Das Land sei gewillt, über einen günstigen Rahmen für die Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gespräche zu beraten, erklärte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag.

Nordkorea hat seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm bekräftigt. Bei einem Besuch in China habe der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il den Willen seines Landes zum Ausdruck gebracht, "günstige Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche zu schaffen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Damit bestätigten die nordkoreanischen Staatsmedien zugleich erstmals den streng geheim gehaltenen Besuch Kims im Nachbarland in dieser Woche. Nordkorea sei weiterhin für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel und "eine friedliche Lösung durch Dialog", hieß es in dem Bericht weiter.

Die im August 2003 aufgenommenen Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm, an denen neben Nordkorea und China auch Südkorea, Japan, Russland und die USA teilnehmen, liegen seit April 2009 auf Eis. Damals war Nordkorea nach einem zweiten Atombombentest aus den Verhandlungen ausgestiegen. Peking versucht seitdem, das Land wieder an den Verhandlungstisch zu bewegen.

Weitere Äußerungen Kims zum Verhältnis zwischen Nordkorea und China könnten unterdessen die Spekulationen über seinen möglichen Nachfolger weiter anheizen. Die seit langem bestehende Freundschaft mit China werde auch bei der "Ablösung einer Generation durch eine neue" unverändert bleiben, sagte Kim laut KCNA bei einem Abendessen mit Chinas Präsident Hu Jintao in Peking. Der 67-jährige Kim hatte im August 2008 laut Medieninformationen einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich jedoch offenbar wieder erholte. Seitdem halten sich hartnäckig Gerüchte, dass er seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un als Nachfolger aufbaut.

AFP/Reuters / Reuters