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Massenvernichtungswaffen: Keine Lager gefunden

US-Außenminister Colin Powell räumt ein, dass im Irak bislang keine Massenvernichtungslager gefunden wurden seien, und wohl auch keine mehr gefunden werden. Damit widerruft er seine eigene Aussage vor der UN vergangenes Jahr.

Jetzt hat ein Mitglied der Regierung Bush doch ausgesprochen, wovon der Rest der Welt schon lange überzeugt war: Der Irak ist nicht im Besitz von Massenvernichtungswaffen. Außenminister Colin Powell sagte während einer Anhörung des Senats am Dienstag: "Es gab gut Gründe zu glauben, dass es diese Lager (mit Massenvernichtungswaffen) gab. Die Frage war nur, wie groß sie sind, aber wir alle glaubten, dass es diese Lager gibt."

Auf eine Nachfrage von Senatorin Susan Collins sagte er dann, es habe sich gezeigt, "dass wir keine Lager gefunden haben. Ich denke, es ist unwahrscheinlich, dass wir noch Lager finden werden". Powell kündigte an, dass es jetzt darum gehe herauszufinden, wieso die USA zu dieser Annahme gekommen seien.

Powell widerruft eigene Aussage

Damit widerruft der Außenminister nicht nur seine Behauptung vor den Vereinten Nationen von 2003, sondern verabschiedet für die Regierung von einem der wichtigsten Gründe für den Krieg gegen Irak zu verabschieden: die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak.

Ganz zufällig scheint es nicht, dass sich Colin Powell ausgerechnet jetzt Zweifel an der Existenz der Waffen einräumt. Laut einem Bericht der amerikanisch-britischen "Iraq Survey Group" (ISG), hat auch diese Organisation keine Hinweisen zu biologischen und chemischen Waffen im Irak gefunden. Die Untersuchung soll ein zwei Wochen veröffentlicht werden. Dennoch glaubt die ISG, dass die wie auch immer geartete Gefahr durch Saddam Hussein "real" gewesen sei.

Einer der Hauptkriegsziele der USA und Großbritanniens war es gewesen, außer den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Massenvernichtungswaffen zu finden. Von diesem Grund allerdings hatte sich sowohl US-Präsident George W: Bush als auch der britische Premierminister Schrittweise haben US-Präsident Bush und der britische Premier Tony Blair seither ihre Aussagen über die Existenz der Waffen zurückgezogen.