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USA: Wahlkampf um die jungen Wähler: Demokrat Bloomberg bezahlt Influencer für Memes

Michael Bloomberg setzt im US-Wahlkampf auf eine zumindest ungewöhnliche Strategie. Der Demokrat bezahlt einflussreiche Youtuber dafür, humoristische Memes über ihn zu posten.

Der demokratische Bewerber für die Präsidenschaftskandidatur Michael Bloomberg

Der demokratische Bewerber für die Präsidenschaftskandidatur Michael Bloomberg

AFP

Der demokratische Präisdentschaftsbewerber Michael Bloomberg bezahlt im US-Wahlkampf Influencer für Postings. Das bestätigte seine Sprecherin Sarbina Singh gegenüber mehreren Medien. Demnach will der 78-Jährige so die jüngeren Wählergruppen für sich gewinnen. Dafür sei Geld an einige sehr reichweitenstarke Social-Media-Akteure geflossen, manche von ihnen mit mehr als zehn Millionen Followern. Es soll wohl vor allem um sogenannte Memes gehen, also kleine Bildchen, Videos oder Texthappen, die sich viral verbreiten sollen.

"Wenngleich eine Meme-Strategie neu ist für einen Präsidentschaftswahlkampf, wetten wir darauf, dass es eine effektive Methode sein wird, um die Leute dort zu erreichen, wo sie sind", wird Singh von der BBC zitiert. So könne man mit "Präsident Trumps mächtiger Digital-Kampagne mithalten".

Insgesamt hat Bloomberg bereits mehr als 300 Millionen US-Dollar in seinen Wahlkampf gepumpt. Wie viel genau davon an Influencer fließt, ist nicht bekannt. Den Berichten zufolge arbeitet Bloombergs Kampagne mit "Meme 2020", einer Firma, die einige der größten Social-Media-Kanäle vertritt.

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Manche Influencer mit mehr als zehn Millionen Followern

Die von Bloomberg bezahlten Postings müssen nach US-Recht als solche gekennzeichnet sein. Unter anderem der Account @GrapeJuiceBoys postete Beiträge zu Bloomberg. Auf diesem Kanal mit rund 2.7 Millionen Followern werden normalerweise hauptsächlich Memes rund um afroamerikanische Kultur gepostet. Gegenüber der BBC bestätigten die Macher die bezahlten Inhalte, wollten diese aber nicht als persönliche Wahlempfehlung verstanden wissen. Auch auf den Accounts @Tank-Sinatra (2,3 Millionen Follower) sowie Jerry Media (14,9 Millionen) wurden entsprechende Beiträge gepostet.

Bei den Postings handelt es sich in der Regel um ironische Memes, wie diese hier:

Bereits vergangene Woche geriet Bloombergs Social-Media-Strategie in die Schlagzeilen. Auf Tribe, einem Online-Marktplatz für Influencer mit 1000 bis 100.000 Followern, war ein Posting aufgetaucht, dass eben jenen 150 US-Dollar für ein positives Posting zu Bloomberg bot. Die Anzeige forderte Influencer demnach auf zu sagen, warum "wir einen Regierungswechsel brauchen". Man solle "ehrlich, leidenschaftlich und man selbst sein", hieß es.

Quellen: "New York Times" / BBC / "The Verge"

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