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Autobiografie "Becoming: Meine Geschichte" : Warum Michelle Obama so offen über Fehlgeburt, künstliche Befruchtung und Eheprobleme schreibt

Ungewöhnlich intim und privat beschreibt die einstige First Lady ihr Leben. Dem stern hat Michelle Obama in einem exklusiven Interview erzählt, warum sie die Welt an diesen privaten Dingen teilnehmen lässt.


Im neuen Buch von der ehemaligen First Lady der USA geht es nicht nur um Donald Trump

Sie habe nie ein Geheimnis aus diesen Dingen gemacht, sagte Michelle Obama in unserem Interview. Nichts in dem Buch sei neu für die Menschen, mit denen sie Zeit verbringe. Aber Fehlgeburt und künstliche Befruchtung sei eben nichts, über das man normalerweise vor der Kamera oder im Interview reden würde. Und dann lachte sie.

Keine Diskussion, die Michelle Obama anstößt, kein Auftritt – und wirkt er noch so lässig – ist nicht bis in die letzte Sekunde geplant. Wer ihre Autobiografie liest, der versteht schnell, dass Michelle Obama ein Kontrollfreak ist. Und eine überaus weit denkende und intelligente Botschafterin für die Themen, die ihr wichtig sind.

Gesundes Essen und mehr Bewegung für Kinder? Und schon kennt die Welt den Gemüsegarten im Weißen Haus und sieht die First Lady mit Boxhandschuhen und bei Liegestützen in der Talkshow von Ellen DeGeneres. Gleichberechtigung? Michelle Obama besucht in London eine Mädchenschule und umarmt dort Schülerinnen mit und ohne Kopftuch, die Bilder gehen ebenfalls um die Welt.

Michelle Obama berichtet von ihrer ersten Periode und ihrem ersten Sex

Und nun bricht sie mit ihrer Autobiografie Tabus – gleich mehrfach. Wer das Buch liest, erfährt auch, wann sie ihre erste Periode bekam. Und mit wem und wann sie den ersten Sex hatte (Hinweis: Es war nicht Barack Obama). Diese Tabubrüche sind, natürlich, geplant. Aber warum? Zyniker spekulieren bereits, dass es allein dem Absatz ihres Buches dienen soll.

Nun, natürlich verkauft sich ein Buch mit interessantem Material besser. Aber Michelle Obama hüpfte auch nicht mit einem Comedian in Kartoffelsäcken durch das Weiße Haus, um bessere Einschaltquoten zu bekommen. Sondern um Spaß beim Sport zu demonstrieren. Michelle Obama weiß, dass sie stets Zuschauermassen anzieht. Nicht umsonst waren ihre 13 Stadion-Auftritte der US-Lesetour ausverkauft, bevor irgendjemand auch nur einen Satz des Buches gelesen hatte. Michelle Obama mag keine politische Karriere anstreben. Aber sie nutzt ihre mediale Durchschlagskraft – für eine Botschaft an die Welt.

Lesen Sie ab Mittwoch, 18 Uhr, auf dem Tablet und ab Donnerstag im gedruckten stern: Michelle Obama über das Brechen von Tabus und warum Frauen endlich die Wahrheit über ihr Leben erzählen sollten.