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Ehemalige First Lady Michelle Obama beklagt "leichte Form der Depression" – und hat eigene Strategie dagegen

Michelle Obama lächelt
Michelle Obama stammt aus dem Süden Chicagos und wuchs unter ärmlichen Verhältnissen auf. In der Zeit der Trump-Präsidentschaft und der Corona-Pandemie setzt die ehemalige First Lady auf Selbstdisziplin.
© Hau Dinh / DPA
Die ehemalige First Lady gilt als starke Persönlichkeit. Aber derzeit muss auch sie zugeben: Die aktuelle Lage in den USA schlägt auch ihr aufs Gemüt. Michelle Obama kämpft gegen eine "leichte Form der Depression".

Michelle Obama schlagen die Coronavirus-Pandemie, der andauernde Rassismus und die Amtsführung von US-Präsident Donald Trump schwer aufs Gemüt. Sie leide unter einer "Form der leichten Depression", sagt die frühere First Lady in der neuen Folge ihres Podcasts, der seit Mittwoch veröffentlicht ist. Sie habe zuweilen Schlafstörungen, und es falle ihr schwer, ihre Fitness-Routine zu bewältigen. "Ich wache manchmal mitten in der Nacht auf, weil ich mir Sorgen über etwas mache oder eine Schwere da ist," beklagt die 56-Jährige.

Sie erlebe wie jeder andere Mensch auch "emotionale Höhen und Tiefen" und fühle sich manchmal nicht wie sie selbst, sagte die Ehefrau des ersten schwarzen US-Präsidenten Barack Obama. Die jetzigen Zeiten seien wenig erbaulich. "Nicht nur wegen der Quarantäne, sondern wegen des Rassismus, und einfach nur diese Regierung zu sehen, ihre Scheinheiligkeit, Tag für Tag, das ist deprimierend."

Es sei zudem "erschöpfend", immer wieder mitzubekommen, wie ein Schwarzer "entmenschlicht, verletzt, getötet oder fälschlicherweise beschuldigt wird", sagte Michelle Obama weiter. "Das hat zu einer Schwere geführt, die ich in meinem Leben seit Langem nicht mehr gespürt habe."

Michelle Obama hilft eine strikte Terminplanung

Doch Michelle Obama gibt sich gleichzeitig auch sehr diszipliniert. "Terminplanung ist alles", wird sie von der BBC zitiert. Ihr helfe es in dieser schweren Zeit sehr, sich an eine persönliche Zeitplanung zu halten.

Michelle Obama, die zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern zwischen 2009 und 2017 im Weißen Haus lebte, erinnerte aber daran, dass die USA schon "schwere Zeiten" überstanden hätten. "Wir befinden uns in einem beispiellosen Moment in der Geschichte", sagte Obama. "Wir durchleben eine Phase, wie sie noch niemand zu unseren Lebzeiten durchlebt hat."

Die USA sind im Wahljahr 2020 angeschlagen und gespalten wie seit Langem nicht. Durch die Coronavirus-Pandemie sind dort bereits mehr als 158.000 Menschen gestorben – die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai hat zudem eine hitzige Debatte über Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze ausgelöst.

Trump wird derweil vorgeworfen, im Umgang mit Corona zu versagen und die Spannungen im Land bewusst anzuheizen. Der US-Präsident will sich im November für eine zweite Amtszeit wiederwählen lassen.

Quellen: AFP / BBC, Johns Hopkins University (aktuelle Coronavirus-Daten)

anb

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