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Afghanistan-Heimkehrer Nach 14 Suizidfällen seit Jahresbeginn: neues Gesundheitsprogramm für britische Soldaten

Ein Soldat patroulliert entlang eines Flusses
Oktober 2013: ein britischer Soldat des 1. Batallions der Royal Regiment Fusiliers auf Patrouille in der Provinz Helmand in Afghanistan (Symbolbild)
© Ben Birchall / Picture Alliance
Die Operation Herrick gehörte zwischen zu den blutigsten Einsätzen für britische Soldaten in Afghanistan. Wie "The Times" berichtet, fanden allein 2020 mehr als ein Dutzend der damals im Einsatz befindlichen Veteranen den Tod. Nun soll ein neues Programm gegen posttraumatische Belastungsstörungen helfen.

Seit Beginn des Jahres 2020 kam es zu einer Häufung von Suizidfällen unter britischen Veteranen, die während der schwierigsten Zeit in Afghanistan als Soldaten im Einsatz waren, berichtet die britische "Times". Johnny Mercer, 38, und Minister für Kriegsveteranen innerhalb des Verteidigungsministeriums, berichtete von der erschreckend großen Zahl an Todesfällen und erklärte, er werde die staatlichen Pläne für die psychische Gesundheitsversorgung von Veteranen vorantreiben.

Für Mercer, der selbst von Kindesbeinen an von Zwangsstörungen betroffen ist, ist es ein persönliches Anliegen, das Stigma rund um psychische Störungen zu beseitigen. 14 ehemalige oder noch im Einsatz befindliche Soldaten nahmen sich in den vergangenen zwei Monaten das Leben.

Verteidigungsminister Tobias Ellwood entschuldigte sich bei den Familien der Betroffenen, dass sie hinsichtlich der Armee-Suizide vom Verteidigungsministerium vernachlässigt worden seien, wie er in einem Video des britischen "Independent" erklärt.

Ergänzende Programme für posttraumatische Belastungsstörungen

Ein großer Teil der Todesfälle besteht aus Veteranen, die an der Operation Herrick beteiligt waren, einem britischen Kampfeinsatz zwischen 2002 und 2014 in Afghanistan. Mercer betonte, dass "schon ein Suizid" zu viel sei und sagte der "Times", dass binnen der kommenden zwei Monate mit hoher Priorität ein Programm für psychische Gesundheit für jene Betroffene umgesetzt werde, denen es besonders schlecht gehe. Es soll im kommenden Monat starten und Programme des Staatlichen Gesundheitsdienstes ergänzen, die posttraumatische Belastungsstörungen behandeln und Veteranen mit Sucht- und Schuldenproblemen helfen.

Mercer erklärte, er sei besonders besorgt über die Häufung der kürzlichen Todesfälle aus "einer konkreten Einheit, die zu einer bestimmten Zeit in Afghanistan war ... der blutigsten Zeit". Die "Times" erklärte sich bereit, den Namen der Einheit nicht zu nennen, weil die Sorge besteht, dass dies zu weiteren Todesfällen führen könnte.

Hilfe bei suizidalen Gedanken

Haben Sie suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym und rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter: (0800) 111 0 111 und (0800) 111 0 222. Auch ein Austausch per Chat oder E-Mail ist möglich.

Quellen:"The Times" (Bezahlinhalt), "The Independent", Regierungsseite Johnny Mercer

bal

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