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Nach Kosovokonflikt: Kosovo verbietet Einreise von serbischem Präsidenten

Er wollte zum serbisch-orthodoxen Weihnachtsfest ein Kloster bei Pristina besuchen - doch die Einreise in das Kosovo wurde Tomislav Nikolic verwehrt. Der serbische Staatschef soll Nationalist sein.

Das Kosovo hat die Einreise des serbischen Präsidenten Tomislav Nikolic verboten. Das bestätigte der stellvertretende Kosovo-Regierungschef Hajredin Kuci nach übereinstimmenden Medienberichten aus Pristina vom Samstag.

Der Staatschef könne in den vor fünf Jahren von Serbien abgefallenen und heute selbstständigen Staat nicht wie geplant zur Teilnahme an den Feiern um das serbisch-orthodoxe Weihnachtsfest an diesem Montag einreisen. Nikolic sei erst dann willkommen, wenn Kosovo-Politiker im Gegenzug die albanischen Landsleute in Südserbien besuchen dürften, begründete Kuci das Verbot.

Plan zur Schaffung eines serbischen Staates im Kosovo

Nikolic hatte sich am Vortag beschwert, die #Link;http://www.eulex-kosovo.eu/en/front/;EU-Rechtsstaatsmission (Eulex)# sei "unfähig", seinen geplanten Besuch im mittelalterlichen serbischen Kloster Gracanica vor den Toren von Pristina zu organisieren. Das sei ein Verstoß gegen die international garantierte Reisefreiheit im Kosovo, hatte das Staatsoberhaupt kritisiert.

Nikolic ist im Kosovo als serbischer Nationalist bekannt. Zuletzt hatte er einen Plan zur Schaffung eines serbischen Staates im Kosovo-Staat vorgelegt, der von Pristina sowie von den USA und der EU zurückgewiesen worden war. Im Kosovo stellen die Serben noch eine Minderheit von weniger als zehn Prozent der Bevölkerung.

ger/DPA / DPA
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