HOME

NAHOST: Al-Aksa-Führer bei israelischem Angriff getötet

Israelische Soldaten haben offenbar im Westjordanland zwei mutmaßliche Extremisten getötet, darunter einen Führer der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden.

Die Männer sind offenbar bei einem Hubschrauberangriff auf ein Dorf nahe Deschenin ums Leben gekommen, berichteten Augenzeugen. Die israelische Armee nahm zu dem Bericht zunächst nicht Stellung. Das Oberste Gericht Israels entschied unterdessen, dass die Streitkräfte weiterhin die Häuser palästinensischer Familien ohne Vorwarnung zerstören dürfen.

Tote nach Abzug gefunden

Augenzeugen und Vertreter der Fatah berichteten, israelische Jeeps seien am Dienstagmorgen in das Dorf Dschaba in der Nähe von Dschenin eingerückt. Die Soldaten hätten Maschinengewehrsalven abgefeuert. Auch aus zwei Hubschraubern sei geschossen worden. Bei Tagesanbruch fanden Dorfbewohner die beiden Leichen in einem Feld bei Dschaba.

Führer der Märtyrer-Brigade tot

Bei einem der Getöteten soll es sich um den 23-jährigen Ali Adschuri handeln, der die Al-Aksa-Märtyrer-Brigade im Flüchtlingslager Askar in der Nähe von Nablus anführte. Die Gruppe steht der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat nahe. Israel verdächtigte Adschuri, die beiden Selbstmordattentäter entsandt zu haben, die sich am 17. Juli in Tel Aviv in die Luft sprengten und dabei fünf Menschen mit in den Tod rissen. Erst kürzlich zerstörte die israelische Armee das Haus von Adschuris Familie im Flüchtlingslager Askar.

Keine Chance auf Berufung

Der Oberste Gerichtshof bestätigte am Dienstag diese Praxis. Das Gericht wies eine Berufung von 43 palästinensischen Familien zurück, deren Häuser geräumt und abgerissen werden sollen. Die Berufungskläger hatten gefordert, 48 Stunden vor der geplanten Zerstörung informiert zu werden, um so vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den Abriss erwirken zu können.

Sippenhaft für betroffene Familien

Die betroffenen Häuser gehören Palästinensern, die nach Angaben der israelischen Streitkräfte in Selbstmordanschläge verwickelt sind. Menschenrechtsgruppen sprachen von kollektiven Bestrafungen und erklärten, die Zerstörung von Häusern verletzte internationales Recht. Die israelische Regierung führt an, sie befinde sich in einem Krieg gegen den Terrorismus. Die Zerstörung von Häusern diene als Abschreckung.

Gegenschlag auf Gießerei

Am Montagabend feuerten israelische Kampfhubschrauber drei Raketen auf eine Metall verarbeitende Werkstatt in Gaza ab. Nach Berichten des israelischen Armeerundfunks soll es sich um eine Waffenfabrik gehandelt haben. Mindestens vier Menschen wurden leicht verletzt.

Ben Elieser traf palästinensischen Innenminister

Trotz der anhaltenden Gewalt trafen am Montag der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser und der palästinensische Innenminister Abdel Rasak Jehijeh zusammen. Bei dem Treffen stand nach israelischen Angaben ein Truppenrückzug aus dem Gazastreifen und Teilen des Westjordanlands sowie eine Lockerung der Blockaden im Mittelpunkt. Israel hatte dies vorgeschlagen, wenn die Palästinenser die Sicherheit in den Gebieten gewährleisten würden.

UNO fordert Israels Rückzug

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen forderte Israel zu einem sofortigen Abzug aus den in den vergangenen beiden Jahren besetzten palästinensischen Gebieten und zu einem Ende der Militäroffensiven auf. In der am Montag verabschiedeten Resolution werden zugleich alle Angriffe auf Zivilisten beider Seiten verurteilt.

Themen in diesem Artikel