Nahost Büro des Hamas-Premiers beschossen


Die israelische Armee geht immer härter vor: Am Sonntagmorgen schossen Kampfhubschrauber das Büro des palästinensischen Premiers Hanija in Gaza in Brand. Selbst in Indonesien protestierten Menschen gegen diese Attacke.

Die israelische Armee geht weiter in die Offensive, um den vor einer Woche verschleppten Soldaten freizubekommen: Am frühen Sonntagmorgen schossen Kampfhubschrauber den Amtssitz des palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Hanija in Brand. In der Nacht zum Freitag hatte das Militär bereits das palästinensische Innenministerium beschossen.

Neben dem Büro des Premiers nahmen die Hubschrauber auch ein weiteres Gebäude des Innenministeriums, das Büro des Hamas-Führers und Abgeordneten Mohammed Schihab sowie ein militärisches Ausbildungslager der Hamas unter Feuer. Mindestens ein Mensch starb bei der Attacke, über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

"Lösegeld": 1000 Gefangene

Mit der Offensive reagiert die isralische Regierung auf einen Überfall palästinensischer Extremisten, zu denen auch der militärische Arm der Hamas zählt. Die Extremisten hatten am vergangenen Sonntag einen Grenzposten überfallen, zwei israelische Soldaten getötet und einen weiteren Soldaten, den 19-jährigen Gilad Shalit, entführt. Die israelische Regierung fordert die bedingungslose Freilassung Shalits.

Die Entführer hingegen wollen 1000 Gefangenen aus israelischer Haft freipressen. Der Verschleppte käme dann frei, erklärten drei militante Gruppierungen am Samstag in Gaza. Die israelische Regierung lehnt es ab, mit den Kidnappern zu verhandeln.

Proteste in Indonesien

In Indonesien, dem Land mit den meisten Muslimen, protestierten Tausende gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen. "Das ist eine Verletzung der Hoheitsrechte des palästinensischen Volkes", sagte ein hochrangiger Vertreter der konservativen Partei PKS vor der Menschenmasse. Die Demonstranten zogen vor die US-Botschaft in der Hauptstadt Jakarta, skandierten "Allah ist groß" und hielten Bilder von Scheich Ahmed Jassin hoch. Jassin war vor zwei Jahren von den Israelis getötet worden. Die Kundgebung blieb jedoch friedlich.

DPA DPA

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