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Nahost-Konflikt: Raketenangriff auf israelische Armee

Der Angriff überraschte sie im Schlaf: Militante Palästinenser feuerten eine Kassam-Rakete auf einen Militärstützpunkt der israelischen Armee. Dutzende Soldaten sind bei den Angriffen verwundet worden.

Bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser auf einen israelischen Militärstützpunkt in der Nähe des Gazastreifens sind nach Armeeangaben mindestens 57 Soldaten verletzt worden. In Berichten israelischer Medien war von bis zu 66 Verletzten die Rede. Wie ein Armeesprecher mitteilte, wurden 47 Soldaten durch die Explosion verwundet, zehn weitere erlitten Schocks. Der Stützpunkt, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Kassam-Rakete getroffen wurde, liegt rund einen Kilometer von dem Palästinensergebiet entfernt im Westen der Wüste Negev. Eine so hohe Opferzahl hat es bei einem einzigen Raketenangriff aus Gaza noch nie gegeben.

Zwei Raketen auf israelisches Gebiet

Zu dem Angriff bekannten sich die Saladin-Brigaden, der militante Arm der radikalen Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee. Die Gruppe habe zwei Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert, sagte ein Sprecher der Organisation dem israelischen Onlinedienst "Y- net". Wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete, erklärte sich auch der Islamische Dschihad für die Tat verantwortlich.

Nach Angaben der Armee schlug die Rakete in ein leeres Zelt ein. Viele Soldaten seien jedoch von umherfliegenden Geschosssplittern getroffen worden. Mindestens elf Soldaten mussten nach Angaben des Sprechers mit mittelschweren bis schweren Verletzungen behandelt werden. Die meisten Soldaten wurden leicht verletzt.

Kurz vor dem Einschlag sei noch Luftalarm gegeben worden, jedoch hätten viele der aus dem Schlaf gerissenen Soldaten die Schutzräume nicht mehr erreichen können, hieß es in Medienberichten. Die Verletzten seien mit Krankenwagen in umliegende Kliniken gebracht worden.

Militante Palästinenser beschießen vom Gazastreifen aus immer wieder israelisches Gebiet mit Raketen. In den vergangenen sieben Jahren wurden dabei dem "Haaretz"-Bericht zufolge zwölf Menschen getötet.

Mögliche Diskussion um Bodenoffensive

Der Angriff dürfte in Israel neue Forderungen nach einer großangelegten Bodenoffensive in den Gazastreifen lautwerden lassen, aus dem sich das israelische Militär 2005 zurückgezogen hat. Vergangene Woche hatte sich das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Ehud Olmert gegen einen solchen Schritt entschieden. Zuvor war eine palästinensische Rakete nahe einer Kindertagesstätte in Israel gelandet.

DPA/Reuters / DPA / Reuters