Nahost-Konflikt Selbstmord-Anschlag auf US-Konvoi

Bei einem Bombenattentat auf einen US-Fahrzeugkonvoi im Norden des Gazastreifens sind mindestens vier Menschen getötet worden. Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Beim Anschlag auf einen US-Konvoi im Gazastreifen sind mindestens vier Amerikaner ums Leben gekommen, ein weiterer wurde verletzt. Die Explosion in der Ortschaft Beit Lahija ging nach ersten Erkenntnissen vermutlich von einem ferngezündeten Sprengsatz aus. Die drei Fahrzeuge der amerikanischen Diplomaten, die von der palästinensischen Polizei eskortiert wurden, passierten gerade eine Tankstelle. Einer der Wagen wurde bei dem Anschlag völlig zerstört. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Sicherheitskräfte, Beobachter oder Agenten?

Der Ort des Anschlags liegt auf der Hauptstraße, die in Nord-Süd-Richtung durch den Gazastreifen läuft, unweit des israelischen Grenzübergangs Eres. Nach US-Angaben handelt es sich bei den Opfern offenbar um Sicherheitskräfte, die amerikanische Diplomaten begleiteten. Das israelische Radio berichtete, in dem Konvoi seien Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA unterwegs gewesen. Von palästinensischer Seite hieß es, bei den Diplomaten habe es sich um Beobachter gehandelt, die die Umsetzung des Friedensplans überwachen sollten. Israelische Angaben, wonach sich auch der US-Sondergesandte John Wolf in dem Konvoi befunden haben soll, wurden von den USA dementiert. Wolf habe sich nicht in dieser Gegend aufgehalten, hieß es.

Kureia verurteilte Anschlag

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia verurteilte den Anschlag und kündigte Ermittlungen an. Kabinettsminister Sajeb Erakat warnte, die Tat könne die palästinensische Forderung nach internationalen Beobachtern im Gazastreifen und im Westjordanland untergraben. "Diese amerikanischen Beobachter sind auf unseren Wunsch hierher gekommen", sagte Erakat. "Diese Leute waren hier, um uns zu helfen."

Das dritte Auto explodierte

Ein Augenzeuge, der Taxifahrer Mohammed Radwan, sagte, er sei an der Tankstelle gewesen, als der Konvoi vorbeikam. Ein palästinensisches Polizeifahrzeug sei vorangefahren, drei große amerikanische Wagen seien gefolgt. "Als der dritte vorbeifuhr, kam es zur Explosion", sagte Radwan. "Palästinensische Sicherheitskräfte sprangen aus dem Auto und rannten zu dem Wagen, der in die Luft gejagt wurde. Als ich näher kam, riefen sie, ich solle weggehen." Er habe zwei blutende Personen neben dem Auto liegen sehen.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah einen grauen Draht mit einem Schalter, der vom Ort des Anschlags zu einem kleinen Betonraum am Straßenrand führte.

DPA

Mehr zum Thema



Newsticker