NAHOST Überfall auf israelische Militärbasis


Bei einem Feuerüberfall auf eine israelische Armeebasis im Süden des Landes sind heute zwei Israelinnen getötet und mindestens fünf Menschen zum Teil schwer verletzt worden.

Bei einem Feuerüberfall auf eine israelische Armeebasis im Süden des Landes sind heute zwei Israelinnen getötet und mindestens fünf Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Die beiden mutmaßlich palästinensischen Angreifer seien erschossen worden, hieß es im israelischen Rundfunk. Ob ein dritter Extremist entkommen konnte, blieb zunächst unklar. Die radikal-islamische Hamas-Organisation hatte am Samstag zur Fortsetzung des bewaffneten Kampfes gegen Israel aufgerufen, bis die israelische Besetzung aufhöre.

Der Angriff ereignete sich nach Angaben der israelischen Polizei am Eingang der Militärbasis in der südisraelischen Stadt Berscheba. Dort ist das Südkommando der israelischen Armee stationiert. Die Attentäter seien aus einem Auto gesprungen und hätten sofort das Feuer eröffnet. Augenzeugen hätten einen dritten Angreifer in einer israelischen Armeeuniform fortlaufen sehen.

Israelische Truppen drangen am heute Morgen in die Stadt Nablus im palästinensischen Autonomiegebiet ein. Ziel war die Festnahme gesuchter Palästinenser; drei seien festgenommen worden, meldete der israelische Rundfunk. Von Nablus aus waren nach israelischer Darstellung in den vergangenen Wochen zahlreiche Anschläge auf Israelis geplant und ausgeführt worden. Die Stadt gelte als »Zentrum des Terrorismus«. Auf einer Straße südlich von Nablus hatten Unbekannte am Samstagabend eine jüdische Siedlerin in ihrem Auto erschossen.

Hamas-Führer Abdel Asis Rantisi, der seit Wochen in Gaza unter Hausarrest steht, sagte in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit der Tageszeitung »Al Kuds« (Ost-Jerusalem), weder die Bemühungen Israels noch die der USA führten zu einer Beendigung des 16 Monate alten Aufstandes in den Palästinensergebieten. Die Europäische Union will in der Nahost-Friedenspolitik eigene Wege gehen, hat aber noch keine Strategie dafür entwickelt. Das wurde nach dem informellen Treffen der EU-Außenminister am Samstag im spanischen Caceres deutlich. Bei allen Differenzen in der Nahost-Politik mit den USA wurde aber auf die weiterhin unverzichtbare Rolle der Amerikaner hingewiesen. Der Chef des palästinensischen Geheimdienstes im Gazastreifens, Mohammed Dachlan, wies am Samstag israelische Versuche zurück, Palästinenserpräsident Jassir Arafat durch eine Israel freundlicher gesonnene Führung zu ersetzen.

Die von Ministerpräsident Ariel Scharon und Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser in dieser Woche in Washington vorgeschlagene »alternative Führung« zu Arafat werde »von jedem einzelnen Palästinenser abgelehnt«, meinte Dahlan, der Arafat nahe steht. Nach Ansicht der EU-Außenminister sollte für Israelis und Palästinenser nicht allein die Frage der Sicherheit in den Mittelpunkt der Bemühungen gestellt werden, wie es die USA fordern. »Die Region braucht eine wirtschaftliche und politische Perspektive, auch wenn es dabei keine hundertprozentige Sicherheit gibt«, sagte der spanische Außenminister und derzeitige EU-Ratspräsident Josep Pique zum Abschluss des Treffens. Bundesaußenminister Joschka Fischer, der Mitte kommender Woche die Nahost-Region besucht, sagte, er werde versuchen, Bewegung in den Friedensprozess zu bringen. »Es wird alles andere als einfach werden«, fügte er hinzu.

Bei seinen Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush soll Ministerpräsident Scharon nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung »Haaretz« (Sonntagausgabe) die Zahlung von 800 Millionen Dollar angemahnt haben. Diesen Betrag hatte der damalige Präsident Bill Clinton Israel als Ausgleich für die Kosten seines Rückzuges aus Libanon im Mai 2000 versprochen. Damit sollte unter anderem der Sicherheitszaun an der Grenze zum nördlichen Nachbarn finanziert werden. Der US-Kongress hatte die Summe nie genehmigt.


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