New York Jetzt droht Streikenden die Haft


Ein Richter hat den Gewerkschaftschefs für den Streikaufruf mit einer Haftstrafe gedroht, sollten sie weiter dazu animieren, gegen das Streikverbot im öffentlichen Dienst zu verstoßen. Bürgermeister Bloomberg fürchtet, damit "Märtyrer" aus ihnen zu machen.

In New York fahren an diesem Donnerstag zum dritten Mal hintereinander keine Busse und U-Bahnen. Ein Streik legt den öffentlichen Nahverkehr seit Dienstag still. Die amerikanischen Medien halten es allerdings für möglich, dass die Gewerkschaft bald einlenkt.

Der Richter Theodore Jones drohte dem Gewerkschaftsboss Roger Toussaint und zwei anderen Gewerkschaftsführern mit Gefängnis. Er zitierte sie für Donnerstag vor Gericht, und sagte, eine Haftstrafe sei eine "realistische Möglichkeit". Nach New Yorker Recht ist es Beschäftigten im öffentlichen Dienst verboten zu streiken.

Bloomberg:Lieber höhere Geldstrafen als Haft

Bürgermeister Michael Bloomberg sprach sich gegen eine Inhaftierung der Gewerkschaftsführer aus, um sie nicht zu "Märtyrern" zu machen. Das Gericht solle besser höhere Geldstrafen verhängen, sagte er. Der Richter hat die Gewerkschaft bereits dazu verurteilt, für jeden Streiktag eine Million Dollar Strafe zu zahlen. Nach Medienberichten reicht die Streikkasse dadurch nur noch bis Samstag. Auch hohe Geldstrafen für jeden einzelnen Streikenden sind denkbar. Die 33 000 Streikenden bekommen bereits für jeden Streiktag zwei Tage Lohn gestrichen.

Ein Sprecher der Gewerkschaft sagte, Toussaint stehe in Verhandlungen mit Schlichtern, und wenn er vor Gericht oder gar ins Gefängnis müsse, könne dies die Gespräche gefährden. Der letzte Nahverkehrsstreik in New York vor 25 Jahren war durch die Bildung eines Schiedsgerichts beendet worden, das den Tarifkonflikt dann entschied. Toussaint hat allerdings gesagt, dies werde diesmal nur "über die Leichen unserer Führung" geschehen.

"Die werden nicht kapitulieren"

Der Streik kostet die Wirtschaft New Yorks nach Angaben von Bloomberg 400 Millionen Dollar (338 Millionen Euro) am Tag. Den Forderungen der Streikenden werde aber nicht nachgegeben, sagte er: "Wenn der Streik weitergeht, müssen wir da eben durch. New Yorker sind einiges gewöhnt. Die werden nicht kapitulieren." Die Gewerkschaft will unter anderem höhere Löhne und ein niedrigeres Pensionsalter bei voller Rentenzahlung durchsetzen.


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