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Nordirland: USA begrüßen IRA-Entwaffnung

Die USA haben die Entwaffnung der IRA als "wichtigen Schritt nach vorn auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden in Nordirland" begrüßt.

Zugleich appellierten sie an andere Gruppen, dem Beispiel zu folgen. Der Schritt der IRA sei "eine Ermutigung für alle, die den Friedensprozess (..) unterstützen", sagte Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington. Zuvor hatte eine internationale Kommission bestätigt, dass die IRA nach jahrzehntelangem terroristischen Kampf gegen Großbritannien ihr Waffenarsenal zerstört habe.

In einem Bericht der internationalen Entwaffnungskommission für Nordirland, der am Montag den Regierungen in London und Dublin vorgelegt wurde, hieß es, der Prozess der Entwaffnung sei abgeschlossen. "Wir sind uns sicher, dass die zerstörten Waffen das gesamte Arsenal der IRA darstellen", sagte der kanadische General John De Chastelain, der die Aktion leitete, vor Journalisten in Belfast. Es sei eine "große Anzahl" von Waffen unschädlich gemacht worden, darunter Granatwerfer, Sprengstoff und Raketen.

Zerstörung des Waffenarsenals

Ein katholischer Priester und ein protestantischer Pfarrer waren unabhängige Zeugen des Entwaffnungsprozesses. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass alle IRA-Waffen zerstört worden sind", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden. Die IRA teilte mit, das Waffenarsenal der Organisation sei jetzt "nachweislich" zerstört.

Der britische Premierministers Tony Blair bezeichnete die Waffenzerstörung als "eine wichtige Entwicklung im Friedensprozess, auf die wir lange gewartet haben." Das protestantische Lager in Nordirland ist mit dem Bericht jedoch unzufrieden, weil es keine fotografischen Beweise für die Zerstörung gibt.

Die IRA hatte 1998 erstmals ihre Entwaffnung angekündigt, und die Internationale Entwaffnungskommission für Nordirland hatte damals mit ihrer Arbeit begonnen. Es gab jedoch mehrere politische Rückschläge im Nordirland-Friedensprozess. Am 28. Juli erklärte die IRA ihren "bewaffneten Kampf" gegen Großbritannien nach nahezu 40 Jahren offiziell für beendet.

DPA