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Kanadischer Pfarrer : "Ich wollte das nordkoreanische System stürzen"

Es war eine Inszenierung sondergleichen: Der Kanadier Hyeon Soo Lim hat auf einer Pressekonferenz gestanden, dass er einen Putsch plante. Dabei war der Pfarrer aus humanitären Gründen ins Land gereist.

Hyeon Soo Lim beschuldigt sich auf der Pressekonferenz

Er sei in Nordkorea unterwegs gewesen und habe nur vorgegeben, sich um humanitäre Hilfe zu kümmern. Sein eigentliches Anliegen sei der Sturz des Regimes gewesen. Dieses "Geständnis" legte der kanadische Pfarrer Hyeon Soo Lim auf einer inszenierten Pressekonferenz in Pjöngjang ab.

Ein seit Monaten in Nordkorea festgehaltener Pastor aus Kanada hat sich bei einer Pressekonferenz in Pjöngjang selber staatsfeindlicher Umtriebe beschuldigt. "Ich war in verschiedenen Gebieten der Volksrepublik im Namen der "Hilfe", um ihr soziales System zu stürzen", wurde Hyeon Soo Lim von den staatlichen Medien des weithin isolierten Landes am Freitag zitiert. Unter anderem seien ausländische Medienvertreter bei der Presseveranstaltung am Donnerstag anwesend gewesen, hieß es. Der Vorsteher einer koreanischen protestantischen Kirchengemeinde in Kanada habe während der Ermittlungen "seine sämtlichen Verbrechen" gestanden. 

Bereits 100 Mal in Nordkorea - um zu helfen

Lim wurde außerdem der illegalen Einreise beschuldigt. Er war den Berichten zufolge nach der Einreise über die nordöstliche Stadt Rason im Februar nach Pjöngjang gereist. Kanadische Medien hatten im März unter Berufung auf Lims Kirche berichtet, der Pastor sei mehr als 100 Mal zu humanitären Zwecken nach Nordkorea gereist.  

In Nordkorea waren in der Vergangenheit mehrfach festgenommene Ausländer bei Pressekonferenzen erschienen, die vom kommunistischen Regime inszeniert wurden. Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Südkoreaner, Amerikaner und andere Ausländer wegen des Vorwurfs "feindseliger Handlungen" oder der Spionage festgehalten. 

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