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Nordkorea Von 140 runter auf 120 Kilogramm: Kim Jong Un hat ordentlich abgespeckt

Kim Jong Un
20 Kilo weniger, aber immer noch ordentlich was auf den Rippen: Kim Jong Un (r.), hier Mitte Oktober auf einer Rüstungsmesse in Pjöngjang.
© KCNA / AFP
Der südkoreanische Geheimdienst hat seine neuesten Erkenntnisse über den geheimnisvollen Norden ausgepackt: Machthaber Kim Jong Un soll 20 Kilo abgenommen haben und dabei sein, eine neue politische Lehre zu etablieren: den "Kimjongunismus".

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un ist 37 Jahre alt, 1,70 Meter groß und wiegt rund 120 Kilogramm. Ein stolzes Gewicht. Angeblich soll es dafür einen PR-Grund geben. Beobachter glauben, dass der Machthaber, als er noch nicht so fest im Sattel saß, damit seinem immer noch verehrten Großvater und Staatsgründer Kim Il Sung habe ähneln wollen. Das gleiche galt und gilt auch für die Frisur. Mittlerweile aber steht Kim Nummer drei seit zehn Jahren an der Spitze des isolierten Landes, und will, glaubt man dem südkoreanischen Geheimdienst, seine eigne Lehre entwickeln.

Kim Jong Un wog zuletzt noch 140 Kilogramm

Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und hochauflösender Videos haben die Aufklärer im Süden den mächtigen Mann des Nordens beobachtet und sind zu dem Schluss gekommen, dass er zuletzt 20 Kilogramm abgenommen habe. Danach muss er bis vor einiger Zeit also noch 140 Kilo gewogen haben. Trotz des drastischen Gewichtsverlusts sei er aber bei guter Gesundheit, gab der Geheimdienst bei einer Anhörung vor dem Parlament in Seoul bekannt. Schon im Sommer wurde über Kims auffällige Veränderung gemunkelt.

"Kims Zustand stand zuletzt im Fokus der ausländischen Aufmerksamkeit. Auffällig dünner geworden und ohne öffentlich bekannten Nachfolger könnte seine Arbeitsunfähigkeit den verarmten Atomwaffenstaat ins Chaos stürzen", schreibt die Nachrichtenagentur AP. Der Diktator mag in Saft und Kraft stehen, sein Land tut es nicht, im Gegenteil. Erst vor Kurzem musste Kim bei einem Treffen der herrschenden Partei drastische Ernteausfälle einräumen. Nordkorea droht erneut eine Hungersnot.

Zu viele Berge und zu schlechtes Wetter

Die Landwirtschaft des Staats schafft es schon seit Jahrzehnten nicht, ausreichend Nahrung für die rund 23 Millionen Einwohner zu produzieren. Neben eklatanter Misswirtschaft liegt das auch an der geografischen Lage: Nordkorea ist gebirgig, die Sommer sind zu heiß und die Regenzeit zu nass für ausreichende Ernten. Mittlerweile verschärft der Klimawandel die Situation. Taifune, Dürren und Überschwemmungen haben in den vergangenen Monaten dem ohnehin schon darbenden Ackerbau vollends den Garaus gemacht.

Daneben hätten die Spione den südkoreanischen Abgeordneten auch davon berichtet, dass Kim angeblich die Bilder seines Vaters und Großvaters aus einem Konferenzraum der Arbeiterpartei entfernen lassen. Die Porträts des Staatsgründers und seines Sohnes hängen in jedem nordkoreanischen Haushalt sowie in allen öffentlichen Gebäuden und dürfen nicht entfernt werden. Möglicherweise hat die Entscheidung damit zu tun, dass Kim dabei ist, seine eigene Ideologie über das Land auszubreiten: den "Kimjongunismus". Auch seine beiden Ahnen hatten politische Lehren begründet und sie nach sich selbst benannt.

Spekulationen zufolge seien die schlechte Versorgungs- und Wirtschaftslage sowie die Corona-Pandemie auch einer der Gründe, warum Kim zuletzt wieder häufiger in der Öffentlichkeit zu sehen war. An 70 Tagen sei er dieses Jahr aufgetreten, rund 45 Prozent häufiger als bis Oktober vergangenen Jahres, so AP. Das Nordkorea-Portal "NK News" berichtet allerdings auch, dass Kim sich immer wieder "ausgedehnte Auszeiten" gönne. Auch wenn über seinen Verbleib offiziell nichts bekannt ist, habe es in den vergangenen Tagen "Aktivitäten" am privaten Strandanwesen der Kims an der Ostküste des Landes gegegen, so "NK News". Das seien Hinweise darauf, dass er oder Teile seiner Familie sich an Bord seiner mehrere Millionen Dollar teuren Yacht befänden.

Quellen:AP, "NK News", NBC News

nik / tkr

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