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Propagandavideo Nordkorea schockt mit der Zerstörung von Seoul


Unbeirrt von Sanktionen scheint Nordkorea sein Waffenarsenal auszubauen. Rauch wurde über der Atomfabrik des Landes beobachtet und in einem Propagandavideo simuliert das Regime die Bombardierung des Nachbarn im Süden.

Fährt Nordkorea seinen Atomreaktor hoch? Schon Anfang Februar hatten US-Geheimdienste darauf hingewiesen, dass Pjöngjang kurz davor ist, seine Plutonium-Produktion wieder anzukurbeln. Jetzt zeigen neue Satellitenbilder, dass Rauch aus den Schornsteinen der Nuklearfabrik in Yongbyon aufsteigt, wie der Nordkorea-Blog "38north.org" berichtet. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Regime alle Warnungen der Vereinten Nationen und der USA ignoriert und unbeirrt sein Atomwaffenarsenal ausbaut. "Die Abgasschwaden über den Versuchsreaktor sind selten und wurden dort im Winter nicht beobachtet", so die Seite, die vom US-Korea-Institut der John-Hopkins-Uni in Baltimore betrieben wird.

Nordkoreas Reaktor produziert sechs Kilo Plutonium

Unter einem internationalen Abkommen hatte Nordkorea 2007 die Produktion waffenfähigen Plutoniums in Yongbyon eingestellt; im Gegenzug bekam das Land Hilfslieferungen. Bei vollem Betrieb könnten dort pro Jahr sechs Kilo Plutonium hergestellt werden - genug für eine Atombombe.

Nordkorea provoziert den Rest der Welt seit einigen Monaten mit Waffentests. Im Februar wurde eine Kurzstreckenrakete abgefeuert, im Januar zündete das isolierte Land erstmals eine Wasserstoffbombe. Die USA hatten daraufhin ihre Sanktionen gegen den kommunistischen Staat verschärft und dringen auf eine neue UN-Resolution. Selbst China, Nordkoreas engster Verbündeter, hat Handelssanktionen gegen den Nachbarn verhängt. Betroffen sind Kohle, Stahl und Flugzeugtreibstoff.

Kim Jong Un droht mit Zerstörung Seouls

Sogar Drohungen mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA gehören seit kurzem zur Rhetorik von Diktator Kim Jong Un. Anfang April wurde auf der offiziellen Regierungsseite Nordkoreas ein Propagandavideo veröffentlicht, dass die Zerstörung südkoreanischer Regierungsgebäude durch einen Raketenangriff zeigt. Die Geschosse schlagen in der Videosimulation unter anderem im Blauen Haus ein, dem südkoreanischen Präsidentensitz in Seoul. Das Gebäude explodiert in einem Feuerball. Am Ende des 88-sekündigen Streifens erscheint eine Warnung: "Alles wird zu Asche werden."

Sehen Sie hier das Propagandavideo

Das Propagandavideo ähnelt einem Film, den Nordkorea kurz vorher in Umlauf gebracht hatte. Darin war die Zerstörung wichtiger Regierungsgebäude in der US-Hauptstadt Washington durch Atomraketen simuliert worden.

nik mit DPA

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