Nordkorea Zurück an den Verhandlungstisch


Nach mehr als einem Jahr Funkstille gehen die Verhandlungen über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas weiter. Das Regime in Pjöngjang ist grundsätzlich zum Einlenken bereit, knüpft die Aufgabe von Atomwaffen aber an Bedingungen.

Nach mehr als einem Jahr Unterbrechung sind die Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms in Peking wieder aufgenommen worden. Zum Auftakt appellierte Gastgeber China an alle Beteiligten, den politischen Willen aufzubringen, um die "komplizierten" Gespräche voranzubringen. Chinas Unterhändler Wu Dawei sagte, im Mittelpunkt stünden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der gemeinsamen Erklärung vom September 2005, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

In dem Dokument hatte sich Nordkorea zumindest grundsätzlich zur Aufgabe von Atomwaffen im Gegenzug für Wirtschafts- und Energiehilfen sowie eine Sicherheitsgarantie bereit erklärt. Gut zwei Monate nach dem Atomwaffentest im Oktober hält das Regime in Pjöngjang aber mit dem Hinweis auf die "feindselige Politik" der USA an der Atombombe fest, die es angeblich zur "Abschreckung" brauche.

Ende der US-Finanzsanktionen "Vorbedingung"

Vor der Fortsetzung dieser fünften Runde der im November 2005 eingefrorenen Gespräche hatte Nordkorea erneut ein Ende der US-Finanzsanktionen als "Vorbedingung" für Fortschritte gemacht. Die Strafmaßnahmen wegen Geldwäsche und anderer finanzieller Aktivitäten Nordkoreas werden in einer eigenen Arbeitsgruppe behandelt, die am Montag erstmals zusammenkommt.

Vertreten sind bei den Verhandlungen in Peking die beiden koreanischen Staaten, China, Russland, die USA und Japan. Der nordkoreanische Chefunterhändler Kim Kye Gwan hatte am Samstag noch einmal die Position seiner Regierung bekräftigt. "Die Vereinigten Staaten müssen ihre feindliche Position ändern", forderte Kim. Es gebe keinen Grund, das Atomprogramm einzustellen, "solange wir eine Abschreckung benötigen", sagte der Diplomat weiter.

Nordkorea hatte sich unter internationalem Druck bereit erklärt, die Sechs-Parteien-Gespräche wiederaufzunehmen. Beobachter halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Verhandlungen substanzielle Fortschritte bringen.

DPA/AP AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker