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Nach Golden-Globe-Rede: Würde Oprah als Präsidentin kandidieren - sie läge jetzt schon vor Donald Trump

Niemand weiß, ob sie will - aber sollte sie wollen, die Amerikaner würden sie wählen. Nach ihrer Golden-Globe-Rede wird über eine Präsidentschaftskandidatur von Oprah Winfrey spekuliert. In Umfragen überflügelt sie aus dem Stand Donald Trump.

Oprah Winfrey

Oprah Winfrey bei ihrer Dankesrede. Wie viele andere Schauspielerinnen kam sie bei den Golden Globes in Schwarz, um damit ein Zeichen gegen Ungleichbehandlung und Machtmissbrauch zu setzen.

Fun fact zu Beginn: Als Donald Trump 1999 mit dem Gedanken spielte, sich um das Präsidentenamt zu bewerben, hatte er als "running mate" im Sinn, als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft. "Ich liebe Oprah, sie wäre meine erste Wahl, sie ist eine fantastische Frau", schwärmte er damals bei US-Talker Larry King. Lang, lang ist es her, noch immer schätzt er die Talk-Königin. Während der eine TV-Star (Trump) mittlerweile tatsächlich im Weißen Haus sitzt, wird der andere (Oprah) plötzlich angefleht, in zweieinhalb Jahren doch ebenfalls zu kandidieren. Chancen hätte sie, wie Umfragen zeigen.

48 Prozent würden Oprah wählen

Laut des US-Instituts Rasmussen würden 48 Prozent der Amerikaner die und Produzentin wählen - obgleich sie noch nicht einmal konkrete, politische Ambitionen zeigt. Der Amtsinhaber schneidet im direkten Vergleich bescheiden ab, für ihn würden nur 38 Prozent ein Kreuzchen machen - dabei kommt Trump-Umfragen in Rasmussen-Umfragen meist besser weg als bei anderen Erhebungen. Aber es hilft nichts, würde Oprah antreten, hätte sie Stand jetzt gute Chancen, die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten zu werden.


Die Frage ist natürlich: Will sie das überhaupt und falls nicht, wie kommen die Institute überhaupt darauf, ihr die Rolle einer Kandidatin überzustülpen? Die Antwort ist banal: Oprah Winfrey ist ein Superstar, eine Selfmade-Milliardärin, durch ihre Talkshows seit Jahrzehnten auf Tuchfühlung mit "dem Volk", also wie geschaffen für das höchste Amt im Staate. Und sie ist schwarz. Dazu hat sie, was der Anlass für die ganze Umfragerei ist, bei der Golden Globe-Verleihung eine "inspirierende" Rede gehalten, die tatsächlich wie der Versuch klang, ins Politik-Business einzusteigen. In den Verzweifelten Staaten von qualifiziert dies schon für Kandidaturgerüchte.

Selbst Konservative outen sich als Fans

Allein der Gedanke, Oprah Winfrey würde in wenigen Jahren gegen den weiter unbeliebten Trump ins Rennen um das Weiße Haus einziehen, elektrisiert viele Amerikaner - links wie rechts. Der konservative Kolumnist Bill Kristol etwa stellte sich offen auf die Seite Oprahs und widmet ihr den Hashtag #ImWithHer - mit dem im Wahlkampf noch Trump-Konkurrentin Hillary Clinton für sich warb. Auch TV-Sender wie CNN werfen sich für sie ("Sie wäre eine außergewöhnliche Präsidentin"). Die dauer-oscar-nominierte Schauspielerin Meryl Streep sagte nach Oprahs Auftritt bei den Golden Globes: "Ich möchte, dass sie als Kandidatin antritt."

Und doch: So richtig überzeugend wäre die Kandidatin Winfrey nicht. Die "New York Times" titelt: "Lass es, Oprah". Die "Washington Post" schreibt, es sei "magisches Denken anzunehmen", dass Oprah mal eben die Probleme des Landes lösen könnte. Und die Kolumnistin Eve Peyser ätzt wohlwollend auf "Vice": "Oprah Ansätze erscheinen ja angenehm liberal zu sein, nur: Warum können wir Promis nicht Promis sein lassen? Haben wir denn nichts von Donald Trump gelernt? Seine Wahl beweist doch, dass man einem Milliardär nicht den Job eines Politiker überlassen sollte."