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Pakistan: Dutzende Tote bei Anschlägen

Bei zwei Selbstmordattenaten in pakistanischen Lahore sind bis zu 24 Menschen ums Leben gekommen. Eine Autobombe explodierte in einem Polizeigebäude, eine weitere in einem Wohngebiet. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt, teilweise schwer.

In der pakistanischen Stadt Lahore sind zwei Autobomben-Anschläge verübt worden. Dabei kamen nach unterscheidlichen Angaben zwischen 15 und 24 Menschen ums Leben. Ein Sprengsatz zerstörte in Teilen ein Polizeigebäude, ein zweiter explodierte in einem Wohngebiet.

Bei dem Attentat in dem Polizeigebäude seien außer den Attentätern 18 Menschen getötet worden, berichtete ein Vertreter des Katastrophenschutzes. Die Bombe in dem Polizeigebäude war nach Angaben eines Sprechers offenbar in der Nähe eines Aufzugs versteckt. Mehrere Büros und Teile eines Treppenhauses wurden zerstört. Die Bombe wurde gezündet, als die Beamten gerade ihre Arbeit aufnehmen wollten. Ein Teil des Gebäudes stand danach in Flammen. "16 Menschen wurden bei einer Explosion in einem Gebäude der nationalen Ermittlungsbehörde getötet. Es scheint, dass der Sprengsatz im Innern versteckt war", sagte der örtliche Vertreter der Behörde, Chaudhry Manzoor Ahmed.

Der Generaldirektor der Bundespolizei, die vor allem gegen illegale Einwanderung und Menschenhandel ermittelt, sagte, in den Trümmern des Gebäudes werde nach weiteren Verletzten gesucht. Präsident Pervez Musharraf verurteilte die Anschläge. Mehr als 150 Menschen erlitten Verletzungen.

Zwei Kinder getötet

Bei der Explosion einer zweiten Bombe in einem Wohngebiet wurden der Stadtverwaltung zufolge zwei Kinder eines Gärtners getötet. Ein Fernsehsender berichtete unter Berufung auf einen Polizisten, zwei Selbstmordattentäter hätten einen Kleinlaster vor das Haus einer Werbeagentur gefahren und ihre Bombe zur Explosion gebracht. Vergangene Woche wurden bei zwei Selbstmordanschlägen auf ein College der Marine in Lahore fünf Menschen getötet.

Durch Selbstmordattentate sind in Pakistan in diesem Jahr bereits mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Anschläge hat deutlich zugenommen, seit die Armee vergangenen Sommer eine von islamischen Extremisten genutzte Moschee in Islamabad erstürmte. Pakistan ist einer der wichtigsten Verbündeten der US-Regierung im Kampf gegen den Terrorismus.

DPA/AP/Reuters/AFP/lio / AP / DPA / Reuters
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