Pakistan Gerüchte über baldiges Kriegsrecht


Im Nordwesten Pakistans untergraben Islamisten zunehmend die Autorität von Pervez Musharraf. Nun gibt es Gerüchte, der Präsident könnte das Kriegsrecht über das Land verhängen. Das würde Musharraf zudem sein Amt sichern, das ihm ein Gericht bald entziehen könnte.

Wenige Tage vor der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über eine weitere Amtszeit von Präsident Pervez Musharraf hat sich die Lage in Pakistan weiter zugespitzt. Die Regierung wies Gerüchte zurück, wonach in der Nacht bereits das Kriegsrecht verhängt worden sei.

Im Bezirk Swat, im Nordwesten des Landes wurden nach Militärangaben jetzt bis zu 70 Aufständische getötet. Rebellen berichteten, fast 50 Regierungssoldaten hätten sich ergeben. In der Region versucht der Geistliche Maulana Fazlullah islamisches Recht durchzusetzen und hat zum Dschihad gegen die Regierung aufgerufen. Islamabad stationierte in der Gegend 2500 Soldaten, insgesamt sind dort nach Regierungsangaben bereits 180 Menschen getötet worden.

Der private Fernsehsender "Geo" berichtete unter Berufung auf nicht genannte Gewährsleute, die Regierung berate über eine Verhängung des Kriegsrechts. Der stellvertretende Informationsminister Tariq Azeem wies dies aber zurück.

In Pakistan gibt es Befürchtungen, Musharraf könnte den Notstand oder das Kriegsrecht verhängen, sollte ihm der Oberste Gerichtshof eine weitere fünfjährige Amtszeit verwehren. Die Richter wollen am Dienstag darüber entscheiden, ob Musharraf bei der Präsidentenwahl im Oktober kandidieren durfte. Der Amtsinhaber hatte die Abstimmung mit klarer Mehrheit gewonnen, die Opposition hatte zuvor gegen seine Bewerbung Klage eingereicht.

AP AP

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