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Neues Kabinett Papua-Neuguinea ernennt Minister für "Kaffee, Kaffee und nochmals Kaffee"

Kaffee-Sack mit Aufschrift "Papua New Guinea"
Kaffee aus Papua-Neuguinea wird im Ausland immer beliebter. Damit das so bleibt, hat Regierungschef James Marape einen Minister für Kaffee ernannt.
© Rene Fluger / Picture Alliance
Für manche Koffein-Fans klingt es nach einem Traumjob: Papua-Neuguinea hat erstmal einen Kaffee-Minister ernannt. Er soll sich vor allem darum kümmern, den Export der Bohne voranzutreiben.

Nach den Wahlen in Papua-Neuguinea, die von Gewalt und Korruptionsvorwürfen geprägt waren, ist Anfang August Premierminister James Marape wiedergewählt worden. Nun hat der Politiker sein Kabinett bekannt gegeben. Der Staatschef hat dabei auch neue Positionen geschaffen – unter anderem ernannte er einen Kaffee-Minister.

Papua-Neuguinea ernennt ersten Kaffee-Minister der Welt

Laut dem britischen "Guardian" handelt es sich bei dem Amt um eine Weltneuheit. Und die Aufgabe des neuen Ministers ist ganz klar: "Er wird sich auf Kaffee, Kaffee und nochmals Kaffee konzentrieren", verkündete Marape. Den Posten bekleiden wird ein Abgeordneter namens Joe Kuli, der aus Anglimp-South Waghi in der zentralen Hochlandregion stammt. In den Augen des Staatschef ist Kuli die optimale Besetzung für den Posten, da er aus einem Tal stamme, das einst eine riesige Kaffeeplantage war, aber von Busch überwuchert wurde. Deshalb sei der Minister mit allen Aspekten und Herausforderungen vertraut. 

Kaffee ist neben Vanille und Kakao eine der am häufigsten angebauten Pflanzen in Papua-Neuguinea. Die koffeinhaltigen Bohnen sind nach Palmöl der zweitgrößte Agrarrohstoff des Landes. Er macht 27 Prozent aller Agrarexporte und sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Im Ausland, insbesondere in Japan, den USA und Australien, ist der Kaffee aus dem Inselstaat in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Die Produktion wird von Kleinbauern dominiert, die für fast 85 Prozent der jährlichen Ernte verantwortlich sind. Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und Viehzucht verdienen fast zwei Millionen Menschen in Papua-Neuguinea am Anbau und Verkauf von Kaffee. Das entspricht etwa einem Viertel der Bevölkerung.

Premierminister James Marape will die Produktion intensiver fördern, um noch mehr Einnahmen aus dem Export zu generieren. "Ich möchte, dass mehr Kaffee für den Export in die lukrativen Märkte der Welt angebaut wird", zitiert der "Guardian" den Politiker. Ähnliche Pläne hat der Staatschef für Palmöl, das wichtigste Exportprodukt des Landes. Auch dafür gibt es im aktuellen Kabinett erstmals einen eigenen Posten. Die Ölpalme mache laut dem Abgeordneten Francis Maneke 40 Prozent der Exporteinnahmen des Agrarsektors aus. Als Palmöl-Minister soll er die Produktion steigern und der Industrie zum Wachstum zu verhelfen.

Beide Ernennungen "heben die Landwirtschaft auf sehr bedeutende Weise hervor", betonte der wiedergewählte Regierungschef. Die Landwirtschaft sei nicht nur der bedeutendste Wirtschaftszweig des Landes, sondern für die Regierung auch eine Möglichkeit, Einfluss auf die Bevölkerung zu nehmen, da ein Großteil der Bürger Subsistenzlandwirte seien. Die Stärkung der Landwirtschaft ist deshalb eines der zentralen Anliegen Marapes: "Wir müssen unsere Leute ermutigen, in die landwirtschaftliche Produktion einzusteigen."

Quellen:Radio New Zealand, "The Guardian"

lhi

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