Parlamentswahl Rechtsruck in Belgien


Belgien steht nach einem Rechtsruck bei den Parlamentswahlen vor einer schwierigen Regierungsbildung. Der liberale Premierminister Guy Verhofstadt gestand seine Niederlage ein. Klare Wahlsieger sind die Christdemokraten des flämischen Ministerpräsidenten Yves Leterme.

Nach der Parlamentswahl in Belgien hat Ministerpräsident Guy Verhoftstadt seine Niederlage eingeräumt. Vor Anhängern seiner Partei erklärte der liberale Regierungschef am Sonntagabend: "Ich war acht Jahre lang Ministerpräsident und ich denke, wir haben einen guten Job gemacht." Für das Wahlergebnis übernehme er persönlich die Verantwortung.

Nach Auszählung fast aller Stimmen rutschten Verhofstadt und seine Liberale Partei in der bevölkerungsstärksten Region Flandern vom ersten auf den dritten Platz. Die oppositionellen Christdemokraten legten dagegen in der niederländisch sprechenden Region stark zu. Gemeinsam mit der verbündeten Nationalisten-Partei N-VA erzielten die Konservativen 31,5 Prozent. Ihr Spitzenkandidat Yves Leterme erklärte sich vor jubelnden Anhängern zum Sieger. Es blieb jedoch offen, mit welchen Parteien Leterme eine Regierungskoalition bilden könnte.

Auch Umweltschutzparteien legten zu

Im französisch-sprachigen Wallonien verzeichneten zudem Verhofstadts bisherige Koalitionspartner, die Sozialisten, heftige Einbußen. Nach einer Reihe von Schmiergeld-Affären auf kommunaler Ebene lieferten sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Reformbewegung, einem in der politischen Mitte angesiedelten Sammelbecken.

Umweltschutzparteien legten in beiden Regionen zu und haben damit die Chance, in die Regierung einzuziehen. Auch die rechtsextreme Partei Vlaams Belang gewann Wähler hinzu. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass sie ein Koalitionsangebot erhält. Die Parteien treten mit regional verschiedenen Kandidatenlisten an. Die Regierungsbildung kann sich bis zu drei Monate hinziehen.

Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker