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Philippinen: Kandidat will als "Hitler" bei Präsidentenwahl antreten

Auf den Philippinen steht im kommenden Jahr die Präsidentschaftswahl an. Einer der Kandidaten ist Jose Larry Maquinana: Er trägt Nazi-Symbole und bezeichnet sich selbst als "Hitler". Und er ist nicht der einzige sonderbare Anwärter.

Jose Larry Maquinana sieht sich als "der Hitler dieser Generation"

Jose Larry Maquinana sieht sich als "der Hitler dieser Generation"

Mit einem Hakenkreuz an der Brust empfiehlt sich der Philippiner Jose Larry Maquinana seinen Landsleuten für die Präsidentenwahlen im nächsten Jahr. Er reichte seine Unterlagen bei der Wahlkommission in Manila ein. Auf die Frage, wieso er das Nazi-Symbol trage, meinte er: "Ich bin der Hitler dieser Generation." Der Mann ist auf der politischen Bühne unbekannt und dürfte keine Chancen haben.

Im Schulsystem des bevölkerungsreichen asiatischen Entwicklungslandes gibt es nur zehn Klassen. Knapp ein Drittel der Menschen besucht nur die Grundschule mit sechs Klassen. Das Wissen über die Geschichte Europas und den Holocaust hält sich in Grenzen.

Weitere sogenannte Nerv-Kandidaten

Allan Carreon, der bei der Registrierungsstelle in der Hauptstadt Manila in einem T-Shirt mit der Aufschrift "intergalaktischer Weltraumbotschafter" erschien, ließ die Wähler wissen, dass er sich Rat bei Außerirdischen hole. Ein potenzieller Rivale ist der bärtige Romeo John Ygonia, der sich lieber als "Erzengel Luzifer" bezeichnen lässt. Er kandidiere im Auftrag seines "Herrn", verkündete er.

Göttlichen Einfluss macht auch die 70-jährige Marita Arilla geltend, eine pensionierte Lehrerin, welche die Republik der Philippinen in eine Monarchie für Gott verwandeln will. Bescheidener zeigte sich der pensionierte Polizist Romeo Plasquita. "Ich bin nicht geeignet für die Präsidentschaftswahl, ich habe kein Geld und keine Persönlichkeit", sagte er Reportern bei seiner Registrierung. Er trete lediglich an, weil er seit fünf Jahren keine Rente erhalten habe. Nun erhoffe er sich die nötige Aufmerksamkeit für sein Anliegen.

Drei ernstzunehmende Kandidaten

Zu den ernstzunehmenden Kandidaten zählen bislang Mar Roxas von der regierenden Liberalen Partei, Oppositionsführer Jejomar Binay und die unabhängige Kandidatin Grace Poe. Die Wahlkommission kündigte an, nach entsprechenden Prüfungen diejenigen Kandidaten ausschließen zu wollen, die sich "einen Spaß aus dem Wahlsystem" machten.

and / DPA / AFP
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