Porträt Zittern bei bloßer Namensnennung


Abid Hamid Mahmud el-Tikriti

Außerhalb des Irak kannte kaum jemand Abid Hamid Mahmud el-Tikriti, der Saddam Hussein als Privatsekretär gedient hat. Dagegen zitterten am Euphrat und Tigris die Iraker schon bei der bloßen Nennung seines Namens. Abid Hamud soll bestimmt haben, wer Zugang zu Saddam bekam und wer nicht.

Viele hätten ihn sogar als Nummer zwei in der irakischen Führung angesehen, hieß es in arabischen Medien. Er habe auch Beschlüsse der Regierung außer Kraft setzen können. Er soll persönlicher Pilot des einst mächtigen Herrschers und Chef der Präsidialkanzlei gewesen sein. Als Mitglied des 1996 gegründeten Spezial-Sicherheitskomitees sei Abid Hamid auch für die Zusammenarbeit mit den UN- Waffeninspekteuren und das Verstecken von Unterlagen und Ausrüstungen verantwortlich gewesen.

Er gehört wie der spurlos verschwundene Ex-Herrscher zum Familienclan der Tikriti. Nach Angaben der arabischen Tageszeitung «al Hayat» ist er Neffe von Ali Hassan el Madschid (Chemie-Ali), der wiederum ein Cousin von Saddam ist. Nach anderen Berichten soll er Scheich der Al-Bu-Nasir und Al-Chattab-Clans sein, aus denen Saddam führende Mitarbeiter in Staat, Partei, Armee und Geheimdiensten rekrutiert hat.

«Hayat» schrieb, er sei Anfang der 50er Jahre als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Die Elementarschule soll er nicht abgeschlossen haben. Über seinen Onkel el Madschid sei er in den Führungszirkel gekommen. Obwohl er wie Saddam keine Armeelaufbahn hatte, sei er zum Generalleutnant befördert worden. Er habe auch die Doktorwürde verliehen bekommen.

Die große Stunde für den Aufstieg soll für den Mann mit dem finster blickenden Gesicht, dem dicken schwarzen Oberlippenbart und der Stirnglatze 1995 geschlagen haben. Damals war Saddams Schwiegersohn Hussein Kamil, Minister und Chef des Militär- Industriekomplexes, nach Jordanien geflüchtet. Abid Hamid soll nach der Flucht die Säuberungsaktion geleitet haben. Nach Medienberichten war er Oberaufseher aller Gefängnisse im Irak sowie Verwalter der Archive über die politischen Opfer des Regimes.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker