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Präsidentenwahl im Kosovo: EU begrüßt Pacolli-Wahl

Die EU-Kommission hat die Wahl des neuen Präsidenten im Kosovo begrüßt. Dennoch ist das Verhältnis zum Baulöwen Behgjet Pacolli gepalten: Die EU sowie die USA werfen ihm zwielichtige Geschäftsmethoden in den 90ern vor.

Die EU-Kommission hat die Wahl eines neuen Präsidenten sowie die Bestätigung der Regierung im Kosovo begrüßt. Die EU wolle mit Staatschef Behgjet Pacolli und der Regierung von Ministerpräsident Hashim Thaci zusammenarbeiten, "um das Leben der Menschen im Kosovo zu verbessern und ihnen zu helfen, der europäischen Perspektive des Kosovo gerecht zu werden", teilten die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der EU-Kommissar für Nachbarschaftspolitik, Stefan Füle, am Mittwoch in Brüssel mit. Die Kommission setze darauf, dass die Regierung die öffentliche Verwaltung sowie den Rechtsstaat stärke und sich für die Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen und den Dialog mit Serbien einsetze.

Das kosovarische Parlament wählte den Milliardär Pacolli am Dienstag zum neuen Präsidenten des Landes. Wegen Abweichlern in den eigenen Reihen gelang die Wahl des Staatsoberhauptes erst im dritten Anlauf. Schließlich stimmten 62 der 120 Abgeordneten im Parlament für Pacolli, gegen den die USA und die EU wegen zwielichtiger Geschäftsmethoden in den 90er Jahren in Osteuropa Einwände vorgebracht hatten. Auch Ministerpräsident Thaci wurde trotz Vorwürfen in einer Affäre um illegalen Organhandel während des Kosovo-Kriegs im Amt bestätigt. Pacolli war der einzige Kandidat für das Präsidentenamt, nachdem er mit der Demokratischen Partei (PDK) von Thaci eine Koalition gebildet hatte.

liri/AFP/DPA / DPA
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