Rumänien gedenkt der Opfer 20. Jahrestag des Sturzes von Diktator Ceausescu


Anlässlich des 20. Jahrestags des Sturzes von Diktator Nicolae Ceausescu hat Rumänien am Montag an die Opfer des Volksaufstandes erinnert. Die Vereinigung 21. Dezember von ehemaligen Widerstandskämpfern rief zu einem Gedenkmarsch auf. Der rumänische Präsident Traian Basescu wurde im Bukarester Parlament für eine zweite fünfjährige Amtszeit vereidigt.

Anlässlich des 20. Jahrestags des Sturzes von Diktator Nicolae Ceausescu hat Rumänien am Montag an die Opfer des Volksaufstandes erinnert. Die Vereinigung 21. Dezember von ehemaligen Widerstandskämpfern rief zu einem Gedenkmarsch auf. Der rumänische Präsident Traian Basescu wurde im Bukarester Parlament für eine zweite fünfjährige Amtszeit vereidigt.

"Vor 20 Jahren haben die Rumänen die allgegenwärtige Angst überwunden und sich gegen das kommunistische Regime aufgelehnt", hieß es einer Erklärung der Vereinigung. Am 21. und 22. Dezember 1989 waren in Bukarest 48 Menschen gestorben, als die rumänische Armee und der Geheimdienst Securitate das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffneten. Tausende Menschen wurden verletzt, festgenommen und gefoltert.

Bereits in der vergangenen Wochen war in Temesvar der ersten Toten des Volksaufstandes gedacht worden. Die im Westen Rumäniens gelegene Stadt war der Ausgangspunkt der Revolution gegen Ceausescu, die von dort aus auf die Hauptstadt übergriff und zum Ende der stalinistischen Herrschaft in dem südosteuropäischen Land führte. Ceausescu und seine Frau Elena versuchten am 22. Dezember zu fliehen, wurden aber gefasst, zum Tode verurteilt und am 25. Dezember erschossen. Insgesamt kamen bei dem Aufstand im Dezember 1989 mehr als 1100 Menschen ums Leben, mehr als 3550 wurden verletzt.

Auch Präsident Basescu gedachte bei seiner Vereidigung vor den Abgeordneten der Opfer von 1989. "Ihr Opfer ist der Eckpfeiler der heutigen demokratischen Einrichtungen", sagte der 58-jährige Konservative. Die rumänische Gesellschaft habe den Eindruck, dass die gesamte Wahrheit über die damaligen Ereignisse noch ausstehe und die Schuldigen noch nicht bestraft worden seien.

Basescu versprach vor dem Parlament eine Fortsetzung seiner Reformpolitik. Sein Ziel sei eine Modernisierung Rumäniens. Die EU-Mitgliedschaft seines Landes solle für jeden Rumänen spürbar werden. Eine Justizreform solle den Rechtsstaat festigen, die öffentlichen Gelder sollten sinnvoller ausgegeben werden, kündigte der Präsident an. Auch im Bildungs- und im Gesundheitssystem sowie im ländlichen Raum, wo 40 Prozent der Bevölkerung leben, strebe er Reformen an.

"Wir brauchen einen neuen Vertrag zwischen dem Staat und den Bürgern, der es letzteren ermöglicht, ihr Vertrauen in die öffentlichen Institutionen wiederzufinden", sagte der Staatschef. Basescu hatte die Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Mircea Geoana vor gut zwei Wochen knapp mit 50,33 Prozent gewonnen.

AFP AFP

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