RUSSLAND Mindestens 25 Tote bei Anschlag auf Militärparade


In der südrussischen Teilrepublik wurden bei dem Bombenanschlag nach Behördenangaben mindestens 25 Menschen getötet und etwa 100 verletzt.

Die Explosion in der Stadt Kaspijsk traf vor allem Marine-Infanteristen, Kriegsveteranen und Kinder, berichtete die Agentur Interfax. Auch ein Bus mit einer Militärkapelle wurde zerstört, teilte die Polizei der Kaukasus-Republik mit, die an Tschetschenien grenzt.

Bombe wurde ferngezündet

Die Soldaten nahmen an der traditionellen Parade zum »Tag des Sieges« der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg teil. Nach ersten Erkenntnissen war der starke Sprengsatz in einem Busch versteckt und wurde ferngezündet, als der Bus der Musiker vorbeifuhr.

Wachsamkeit vor »Kräften des Bösen«

Präsident Wladimir Putin kam direkt nach der zentralen Parade in Moskau zu einem Krisentreffen mit den für Sicherheit zuständigen Ministern zusammen. Bei der Parade mit 5.200 Soldaten auf dem Roten Platz hatte er unter deutlicher Anspielung auf den internationalen Terrorismus zu ständiger Wachsamkeit vor der »Kräften des Bösen« gemahnt. »Wir dürfen nicht vergessen, dass sie jeden Moment genauso gefährlich werden können wie der Nationalsozialismus«, sagte er.

Häufiger Bombenanschläge

Die traditionellen Paraden zur Erinnerung an den Sieg über Hitler-Deutschland vor 57 Jahren fanden in allen größeren Städten der früheren Sowjetunion statt. Der Fernsehsender NTW berichtete, das Krankenhaus der Stadt sei mit Verletzten überfüllt. Das Stadtzentrum wurde nach der Explosion abgeriegelt. Kaspiisk liegt am Kaspischen Meer südlich der Hauptstadt der Kaukasusrepublik Dagestan, Machatschkala. In der südrussischen Republik an der Grenze zu Tschetschenien kommt es häufiger zu Bombenanschlägen. 1996 kamen bei einem Bombenanschlag auf ein Wohnhaus russischer Grenztruppen in Kaspiisk 68 Menschen ums Leben.


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