Sahara-Touristen Befreiung nach Lösegeldverhandlungen - Kein Angriff


Angeblich kamen die 17 entführten Sahara-Touristen nicht aufgrund eines Sturmangriffs frei, sondern nach Lösegeldverhandlungen - so die Behauptungen eines französischen Rundfunksenders.

Noch andauernde Verhandlungen um ein Lösegeld in Millionenhöhe sollen nach Informationen des Rundfunksenders Radio France Internationale (RFI) zur Freilassung der 17 Sahara-Touristen geführt haben. Es habe bei der Befreiung "keinen Sturmangriff gegeben und schon gar keine Opfer", berichtete der Rundfunksender am Freitag unter Berufung "auf algerische und auf Schweizer Quellen". Die Verhandlungen würden derzeit aktiv fortgesetzt, um bei einer Lösung auch die jetzt noch verschleppten 15 Sahara-Touristen freizubekommen.

Die Freilassung der Geiseln im Morgengrauen sei "nur eine Etappe in den Schlussverhandlungen um ein Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen Dollar", hieß es in dem Bericht des internationalen Senders. Von der Überweisung des Lösegeldes hänge jetzt alles ab. "Zwischen Algier, Berlin, Bern und einem Nachbarland Algeriens, das sich als Mittler angeboten hat, laufen die Verhandlungen weiter." Der algerische Generalstab hatte mitgeteilt, die 17 Geiseln seien am Dienstag nach einem kurzen Sturmangriff von Eliteeinheiten befreit worden.

Verantwortlich für die Entführung der Touristengruppen seit Mitte Februar war nach den RFI-Informationen auch nicht die überwiegend im algerischen Norden und Nordosten operierende islamistische Terrororganisation GSPC von Hassan Hattab. Vielmehr stehe der GSPC-Führer im Süden, Mokthar Belmokthar, hinter den Entführungen, der "selbstständig" arbeite. Er soll ansonsten im wesentlichen der Waffenbeschaffer der GSPC sein, die nach Angaben des algerisches Militärs dem Terrornetzwerk von El Kaida nahe steht.


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