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Satirezeitschrift "Charlie Hebdo": Zwölf Tote bei Angriff auf Redaktion in Paris

Zwei Vermummte haben die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris angegriffen: Sie erschossen mehrere Menschen und flüchteten. Die Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe aus.

Bei einem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" sind zwölf Menschen getötet und zehn verletzt worden. Einige Verletzte befänden sich in einem kritischen Zustand, teilte die Polizei mit.

Präsident Francois Hollande eilte zum Ort des Anschlags und setzte eine Krisensitzung des Kabinettes ein. Hollande sprach von einem "Terroranschlag". Die Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe für den Großraum Paris aus. Der Anti-Terror-Plan sei auf die Stufe "Anschlagsalarm" angehoben worden, hieß es.

Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehsender iTELE, er habe von einem benachbarten Gebäude aus gesehen, wie vermummte Männer mit Kalaschnikows (Sturmgewehren) das Haus im Zentrum von Paris betreten hätten. "Einige Minuten später waren viele Schüsse zu hören." Die Männer seien dann weggerannt.

Fotos auf Twitter zeigen zwei Personen, bei denen es sich Augenzeugen zufolge um die Angreifer handeln soll. Sie hätten auf ein herbeieilendes Polizeifahrzeug gefeuert, die Polizisten hätten zurückgeschossen, heißt es in dem Post.

"Charlie Hebdo" wurde 2011 durch die Veröffentlichung eines Mohammed-Bildes auf seiner Titelseite bekannt. Die Redaktion wurde danach Ziel eines Brandanschlags, sorgte aber weiter mit Mohammed-Karikaturen für Schlagzeilen.

In Frankreich kam am Mittwoch das neue Buch von Michel Houellebecq mit dem Titel "Unterwerfung" auf den Markt. Es spielt in einem vom Islam dominierten Frankreich. Dagegen hatte es heftige Proteste von Muslimen gegeben.

mad/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters