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SIMBABWE: »Afrika kann sich keinen weiteren Krieg leisten«

Die Miliz-Truppen von Mugabe haben in mehr als anderthalb Jahren knapp 2000 Farmen gewalttätig besetzt. Nun hat die Regierung Simbabwes zugesagt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Übergriffe gegen die Farmer zu bremsen.

Die Regierung von Simbabwe hat zugesagt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Besetzung von Farmen Weißer und die gewalttätigen Übergriffe gegen die Farmer und deren Beschäftigte zu bremsen. Wie bei einem zweitägigen Treffen der Außenminister der Commonwealth-Staaten in der Nacht zum Freitag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja bekannt wurde, soll Simbabwe als Gegenleistung Finanzhilfe für eine Landreform erhalten. Das von Nigeria vermittelte Treffen zur Lösung des Landkonflikts in dem südafrikanischen Land endete am Freitag.

Der britische Außenminister Jack Straw äußerte sich jedoch skeptisch. Das Ergebnis wird nicht von Worten auf dem Papier, sondern von Taten im Land selbst abhängen, sagte Straw der Presse. In einer Erklärung hieß es, die Regierung von Präsident Robert Mugabe werde sich an rechtstaatliche Regeln halten, wenn Land von weißen Farmern an landlose Schwarze verteilt werde. Großbritannien habe im Gegenzug zugesagt, Geld in einen Fonds zur Kompensation weißer Farmer zu zahlen. Nach einer Erklärung des Verwaltungskomitees der Commonwealth-Staaten soll der Fonds vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) verwaltet werden.

Simbabwe habe zudem mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr zugestanden, dass die Menschenrechtssituation im Lande überprüft werden dürfe. Das südafrikanische Land, das in letzter Zeit mehrere einheimische

Journalisten verfolgt oder bedroht sowie Auslandskorrespondenten ausgewiesen hatte, sagte auch zu, die Meinungs- und Pressefreiheit zu gewährleisten.

Knapp 2000 Farmen besetzt

Die Miliz-Truppen der Partei ZANU(PF) von Mugabe - so genannte Veteranen - haben in mehr als anderthalb Jahren etwa 2000 Farmen gewalttätig besetzt. Mindestens neun weiße Farmer und 29 ihrer Arbeiter kamen bei diesen Aktionen ums Leben. Hunderte weitere wurden bei den Übergriffen verletzt oder wurden aus ihren Häusern vertrieben.