Spionagering in den USA ausgehoben Russland reagiert verärgert auf US-Vorwürfe


Die Rhetorik im Spionagefall um zehn mutmaßliche russische Undercover-Agenten in den USA wird schärfer. Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich verärgert und verlangte genauere Erklärungen. Von weiteren Kommentare oder offiziellen Dementis hat die russische Seite bislang abgesehen. Man wolle die Vorwürfe allerdings genau prüfen, gab das russische Außenministerium bekannt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat verärgert auf die Spionagevorwürfe der US-Regierung reagiert. Er erwarte nun Erklärungen, sagte Lawrow während eines Israel-Besuchs am Dienstag in Jerusalem. "Die Angelegenheit wurde uns nicht erklärt, ich hoffe, sie erklären sie uns", zitierte die Agentur Interfax Lawrow. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Vorwürfe sei zudem "besonders anmutig" gewählt, sagte der Minister ironisch. Erst vor wenigen Tagen hatten Russlands Präsident Dmitri Medwedew und US-Präsident Barack Obama während eines Treffens in Washington demonstrativ die Wiederannäherung der einstigen Rivalen im Kalten Krieg herausgestellt.

Das amerikanische Justizministerium hatte am Montag mitgeteilt, einen russischen Spionagering in den USA ausgehoben zu haben. Zehn Personen seien festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, über Jahre hinweg Informationen in den USA gesammelt und an Russland weitergeleitet zu haben. Die mutmaßlichen Täter sollen nach US-Angaben angewiesen worden sein, in die USA zu gehen, falsche Identitäten anzunehmen und als Langzeitagenten unter amerikanischer Tarnung zu spionieren.

Reuters/AFP Reuters

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