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Spione im Tausch Vorbereitungen werden in Russland und USA getroffen

Russland und die USA bereiten offenbar den größten Agentenaustausch seit dem Kalten Krieg vor. In Moskau riegelten Sondereinsatzkräfte der Polizei am Donnerstag die Umgebung des Lefortowo-Gefängnisses ab, in dem verurteilte Westspione inhaftiert sein sollen.

Russland und die USA bereiten offenbar den größten Agentenaustausch seit dem Kalten Krieg vor. In Moskau riegelten Sondereinsatzkräfte der Polizei am Donnerstag die Umgebung des Lefortowo-Gefängnisses ab, in dem verurteilte Westspione inhaftiert sein sollen. Gepanzerte Wagen trafen auf dem Gelände ein. Fotografen und Fernsehteams hatten sich vor Ort eingefunden.

In New York wollte ein Bundesgericht möglicherweise noch am (heutigen) Donnerstag über das Schicksal von zehn Menschen entscheiden, die Ende Juni unter dem Verdacht der Spionage für Russland in den USA festgenommen worden waren. Eine Bestätigung von offizieller Seite über einen bevorstehenden Austausch lag nicht vor, Beobachter sprachen aber von deutlichen Hinweisen darauf. So soll es am Mittwoch in Washington zu einem Treffen zwischen US-Vertretern und dem russischen Botschafter gekommen sein.

Der Geheimdienstexperte Pavel Felgenhauer hält einen Austausch für sehr wahrscheinlich. "Es gibt einen politischen Willen auf beiden Seiten", sagte er. So wie sich die Dinge entwickelt hätten, habe "Moskau de fakto eingeräumt, dass diese Typen Spione sind".

Unter den Häftlingen im Moskauer Lefortowo-Gefängnis soll sich auch der 2004 wegen Spionage für die CIA verurteilte Wissenschaftler Igor Sutjagin befinden. Dessen Bruder hatte Reportern bereits am Mittwoch gesagt, sein Bruder sei für einen Austausch gegen die mutmaßlichen Spione in den USA vorgesehen. Frühestens am heutigen Donnerstag könnte Sutjagin in die Freiheit fliegen, sagten sein Anwalt und Bruder Dmitri. Sie berichteten zudem, Sutjagin habe eine Liste mit elf Gefangenen gesehen, die für einen Austausch gegen die zehn Festgenommenen in den USA in Frage kämen.

Anwälte in Moskau und New York zeigten sich zuversichtlich, dass das Schicksal ihrer Mandanten schon bald geklärt werden könnte. In New York wurde gegen die zehn in den USA Verhafteten sowie einen mittlerweile auf Zypern flüchtigen Mann Anklage erhoben. Sie werden alle der Spionage beschuldigt. Neun von ihnen müssen sich zudem wegen Geldwäsche verantworten.

APN APN

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