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Sri Lanka: 35.000 Zivilisten flüchten aus Rebellengebiet

Die Regierung von Sri Lanka hat den Rebellen, die dort für einen eigenen Staat kämpfen, ein Ultimatum gestellt: Ihnen bleiben 24 Stunden zur Kapitulation. Tausende Zivilisten fliehen aus dem Kampfgebiet.

Die Kämpfe in Sri Lanka gehen in die entscheidende Runde: In den nächsten 24 Stunden müssen sich die Tamilen-Rebellen ergeben. "Danach wird militärisch vorgegangen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Die übrig gebliebenen Rebellenstellungen waren bisher von einem Erdwall geschützt, den das Militär aber jetzt überwunden hat. Damit sind die Rebellen auf ein Gebiet von 17 Quadratkilometern zurück gedrängt worden. Sofort setzte ein Flüchtlingsstrom ein, bisher haben schon 35.000 Zivilisten das eroberte Gebiet verlassen. Wie viele sich noch im Kampfgebiet befinden, ist zur Zeit noch unklar, Schätzungen zufolge könnten es bis zu 100.000 Menschen sein.

Die Regierung wirft den Rebellen vor, die Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, jeden Tag kommen laut der Hilfsorganisation "International Crisis Group" Dutzende Menschen ums Leben. Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe in der Region, denn es fehlt an Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Die Regierung verweigert Journalisten und unabhängigen Beobachtern den Zugang zum Kampfgebiet.

Unterdessen sind bei drei Selbstmordanschlägen im Nordosten Sri Lankas nach Angaben der Armee mindestens 17 Menschen getötet worden, mehr als 200 wurden verletzt. Kurz zuvor hatten Soldaten in der gleichen Region ein Küstendorf gestürmt und zahlreiche Zivilisten aus der Gewalt der Rebellen befreit.

REUTERS/DPA / DPA