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Staatschef Yar'Adua gestorben: "Nigeria hat ein Juwel in seiner Krone verloren"

Der seit Monaten schwer herzkranke nigerianische Präsident Umaru Yar'Adua ist am Mittwoch im Alter von 58 Jahren gestorben.

Nach langer Krankheit ist der nigerianische Präsident Umaru Yar'Adua im Alter von 58 Jahren gestorben. Yar'Adua sei mit seiner Frau an der Seite am Mittwochabend in der Präsidentenvilla gestorben, teilte das Präsidialbüro mit. Die Beisetzung sollte am Donnerstag kurz vor Sonnenuntergang in Katsina stattfinden, dem Heimatstaat des Präsidenten.

"Nigeria hat ein Juwel in seiner Krone verloren und heute trauert selbst der Himmel mit unserer Nation", sagte Vizepräsident Goodluck Jonathan, der die Amtsgeschäfte schon am 9. Februar übernommen hat. Jonathan ordnete eine siebentägige Staatstrauer an. Er ist nach der Verfassung nun auch offiziell Präsident, bis im April 2011 ein neues Staatsoberhaupt gewählt wird. Die Erkrankung Yar'Aduas löste eine monatelange Führungskrise im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas aus. Der Staatschef wurde in Deutschland und in Saudi-Arabien behandelt.

Yar'Aduas Amtsübernahme war 2007 der erste friedliche Machtwechsel in dem westafrikanischen Staat. Zu Beginn seiner Amtszeit setzte Yar'Adua ein Zeichen, indem er seine persönlichen Vermögensverhältnisse offenlegte. Aber auch ihm gelang es nicht, entscheidende Fortschritte im Kampf gegen die Korruption zu erringen. US-Präsident Barack Obama würdigte Yar'Adua als einen überaus integeren Politiker.

Yar'Adua kam 1951 in einer der angesehenen politischen Familien zur Welt. Er studierte Chemie und übernahm eine Professur. Seine politische Karriere begann er als Gouverneur von Katsina. Vor der Präsidentschaftswahl 2007 wurde Yar'Adua von der Demokratischen Volkspartei unter dem Vorsitz des damaligen Präsidenten Olusegun Obasanjo als Kandidat bestimmt. Auch bei seiner Wahl kam es nach Angaben internationaler Beobachter zu Unregelmäßigkeiten.

"Wir erkennen an, dass unsere Wahlen nicht perfekt sind", sagte Yar'Adua in seiner Rede zum Amtsantritt. "Aber unsere Erfahrungen sind auch eine Chance, um aus unseren Fehlern zu lernen." Die Erkrankung des Präsidenten verhinderte weitere Fortschritte im Bemühen, den Konflikt im Niger-Delta beizulegen. Ebenso wenig war der muslismische Staatschef in der Lage die wachsenden Spannungen zwischen dem christlich geprägten Süden und dem islamischen Norden beizulegen. Yar'Adua hinterlässt seine Frau Turai und neun Kinder.

Jon Gambrell, APN / APN