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Südkorea: 200 Nordkoreaner flüchten in den Süden

In Südkorea treffen immer mehr Flüchtlinge aus dem Norden ein. Jetzt wurde eine Rekordzahl von 200 Nordkoreanern aus einem Drittland eingeflogen. Weitere 260 Flüchtlinge werden in den nächsten Tagen erwartet.

In Südkorea ist die mit 200 Menschen bislang größte Flüchtlingsgruppe aus Nordkorea eingetroffen. Sie landete am Dienstag nahe der Hauptstadt Seoul mit einem Flug, den die südkoreanische Regierung von einem anderen südostasiatischen Land aus organisiert hatte, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Für Mittwoch werde die Ankunft von rund 260 weiteren Flüchtlingen aus dem kommunistischen Norden erwartet. Laut Yonhap ist ein Großteil der Gruppe von Nordkorea zunächst nach China geflüchtet.

Die Nordkoreaner wurden nach ihrer Ankunft umgehend in Bussen weggefahren. Südkorea befragt Flüchtlinge aus dem Norden normalerweise einen Monat lang. Danach erhalten sie einen zweimonatigen Kurs, um im kapitalistischen Süden zurecht zu kommen. Nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen leben in Vietnam, Thailand, Kambodscha und weiteren Ländern der Region Hunderte von nordkoreanischen Flüchtlingen, die nach Südkorea wollen.

Die Zahl der Flüchtlinge stieg zuletzt stetig, von insgesamt 583 im Jahr 2001 auf 1.285 im vergangenen Jahr. Die meisten Flüchtlinge verlassen Nordkorea über die chinesische Grenze. Seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 sind über 5.000 Nordkoreaner in den Süden gegangen. Südkorea rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlinge in einigen Jahren auf über 10.000 ansteigen könnte. Die Grenze zwischen Nord und Süd wird auf beiden Seiten von insgesamt zwei Millionen Soldaten bewacht.

AP / AP
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