Suha Arafat First Lady gegen PLO-Triumvirat


Trotz der heftigen Auseinandersetzung mit Suha Arafat haben sich die führenden PLO-Vetreter zum Besuch bei ihrem Präsidenten entschlossen. Arafats Ehefrau warf ihnen ein politisches Komplott gegen ihren Mann vor.

"Ich flehe sie an, sich des Ausmaßes der Verschwörung bewusst zu werden", schrie Suha am Montag in einem Interview des arabischen Fernsehsenders al Dschasira. "Sie versuchen, Abu Ammar (Arafat) lebendig zu begraben", rief sie offenbar in Anspielung auf ein Abstellen von lebenserhaltenden Maschinen. Eine israelische Zeitung hatte zuvor berichtet, Israel gehe davon aus, dass die Geräte zur Versorgung Arafats am Dienstag abgestellt werden würden.

Palästinenser-Vertreter haben Suha Arafat vorgeworfen, den Zugang zu ihrem Ehemann einzuschränken und Informationen über seinen Gesundheitszustand zurückzuhalten. Jassir Arafat liegt seit Ende Oktober in einem Militärkrankenhaus bei Paris. Sein Zustand gilt als sehr ernst, eine genaue Diagnose ist jedoch nicht bekannt. Aus Palästinenser-Kreisen verlautete am Sonntag, er leide an Leberversagen. Suha hatte Jassir Arafat vor dessen Verlegung nach Frankreich drei Jahre lang nicht gesehen.

Führende Palästinenser-Vertreter auf dem Weg nach Paris

Die drei führenden PLO-Politiker, Premierminister Ahmed Korei, Außenminister Nabil Schaath und Arafats Stellvertreter als Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Mahmud Abbas, sind nach palästinensischen Angaben jetzt doch nach Paris aufgebrochen, um dort ihren schwer kranken Präsidenten zu besuchen. Nach der Ausstrahlung des Suha-Interviews sei dieser Besuch nicht mehr sicher gewesen, so palästinensische Vertreter.

Die israelische Zeitung "Jeditoh Ahronoth" berichtete im Internet aus ihrer Montagausgabe, israelische Sicherheitsbehörden seien am späten Sonntagabend zusammengekommen, um über die Folgen von Arafats Tod für die Sicherheitslage in der Region zu beraten. "In Israel wird bei der Planung davon ausgegangen, dass Arafat am Dienstag von den medizinischen Geräten getrennt werden wird", hieß es dazu auf YNet. Israelische Kommentatoren sagten, ein Besuch der drei Palästinenser-Vertreter würde als Zeichen von Führungsstärke gewertet werden und sei eine notwendige Voraussetzung, um Arafats Tod verkünden zu können.

Reuters Reuters

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