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Technologiespionage: Iran kopiert US-Drohnen

Es scheint ein System zu geben: Erst werden US-Drohnen abgefangen und kurze Zeit später in einer eigenen Ausführung kopiert. So erweitert der Iran sein Drohnenkontingent.

Die iranische Militärführung hat Medienberichten zufolge am Samstag eine Aufklärungsdrohne präsentiert. Nach Angaben der iranischer Medien hat die Drohne "Jassir" bei einer Flughöhe von 4,5 Kilometern eine Reichweite von 200 Kilometern und kann acht Stunden im Einsatz bleiben. Sie ähnelt dem US-Modell "ScanEagle", von dem der Iran nach eigenen Angaben 2012 ein Exemplar abgefangen hatte.

"Jassir" könne mit Hilfe einer High-Tech-Kamera Ziele identifizieren und die Koordinaten an eine Funkbasis übermitteln, erläuterte General Ahmed Resa Purdastan. Auf iranischen Pressefotos ist zu sehen, wie die Drohne von einem Katapult aus gestartet wird.

Purdastan teilte darüber hinaus mit, dass der Iran eine "Kamikaze-Drohne" produziert habe. Dieses Fluggerät mit der Typenbezeichnung "Raad 85" kann den Angaben zufolge ein Ziel aufspüren und angreifen. Der Begriff Kamikaze geht auf Selbstmord-Fliegereinsätze japanischer Soldaten in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs zurück, die sich mitsamt ihren Flugzeugen in den Tod stürzten, um gegnerische Ziele zu zerstören. Aufnahmen der iranischen "Kamikaze-Drohne" wurden nicht verbreitet.

Der Iran hat ein eigenes Programm mit unbemannten Flugzeugen (Drohnen), bedient sich aber bei der Entwicklung der Modelle aus den USA. Im Dezember 2011 teilte der Iran mit, eine hochentwickelte Stealth-Drohne vom Typ "RQ-170 Sentinel" abgefangen zu haben. Teheran verweigerte die Rückgabe an die USA. Am Freitag wurde die Langstreckendrohne "Schaded 129" in Dienst gestellt, die im September 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Sie hat eine Reichweite von 1700 Kilometern und kann acht Raketen abfeuern.

ivi/AFP / AFP
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