TERROR Binalshibh den USA übergeben


Pakistan hat den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September, Ramzi Binalshibh, zusammen mit vier weiteren El-Kaida-Verdächtigen an die USA ausgeliefert.

Pakistan hat den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September, Ramzi Binalshibh, zusammen mit vier weiteren El-Kaida-Verdächtigen an die USA ausgeliefert. Das verlautete am Montag aus pakistanischen Kreisen in Karachi.

Das staatliche pakistanische Fernsehen berichtete unter Berufung auf Regierungskreise: »Fünf in Karachi verhaftete Terroristen sind den USA übergeben worden«, darunter »einer der Hauptbeschuldigten in der Verschwörung für den Angriff auf das World Trade Center.« US-Justizminister John Ashcroft lobte unterdessen die Haltung Deutschlands im Auslieferungsverfahren.

Details über eine Auslieferung wurden zunächst nicht bekannt. Weder der Zeitpunkt der Auslieferung noch das Flugziel wurden genannt. Zuvor war aus Regierungskreisen verlautet, dass ermittelt werde, ob einige der mit Binalshibh verhafteten Männer etwas mit der Entführung und Ermordung des US-Journalisten Daniel Pearl zu tun haben. Pearl war Anfang des Jahres bei Recherchen in Pakistan verschleppt und getötet worden. Falls eine Beteiligung der Verhafteten nachgewiesen würde, wäre das der erste Beweis für eine Verwicklung von El Kaida in dem Fall.

Ashcroft erklärte in Brüssel, die Entscheidung der deutschen Regierung, auf die Auslieferung von Ramzi Binalshibh zu verzichten, sei vorbildlich dafür, »wie wir solche Fälle in der Zukunft behandeln können«. Er äußerte sich nach einem Treffen mit dem belgischen Justizminister Marc Verwilghen.

Bundesinnenminister Otto Schily betonte in Berlin, die Regierung werde den USA auch dann den Vortritt lassen, sollte Binalshibh die Todesstrafe drohen. Eine Auslieferung könne rechtlich an keine Bedingungen geknüpft werden. Er sei zwar ein entschiedener Gegner der Todesstrafe. In diesem Fall könne er aber keinen Einfluss nehmen. Da die USA von den Anschlägen am stärksten betroffen seien, habe er deren Auslieferungsbegehren den Vorrang gegeben.

Binalshibh, gegen den in den USA noch keine Anklage erhoben wurde, könnte nach seiner Auslieferung entweder vor ein ordentliches Gericht gestellt werden, oder er könnte sich als »feindlicher Kämpfer« vor einem Sondergericht verantworten müssen. Der Mann soll zur Führung der Hamburger El-Kaida-Gruppe um den Todespiloten Mohammed Atta gehört haben.

Der mutmaßliche Terrorist und rund ein Dutzend andere Verdächtige waren Mitte vergangener Woche in Karachi festgenommen worden. Mohammed und Binalshibh hatten nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira kürzlich gemeinsam ein Interview gegeben. Darin hatte Binalshibh die Verantwortung für die Anschläge des 11. Septembers eindeutig der El Kaida zugeschrieben.

Weitere Festnahme eines El-Kaida-Verdächtigen

Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen Terroristen-Zelle in New York wurde unterdessen eine sechste Person festgenommen. Ein Beamter der Regierung von Bahrain bestätigte am Montag, dass ein Amerikaner jemenitischer Abstammung in dem Golfstaat gefasst worden und den US-Behörden überstellt worden sei. Unter dem Verdacht terroristischer Aktivitäten waren am Freitag und Samstag in den USA fünf amerikanische Staatsbürger jemenitischer Abstammung festgenommen worden.


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