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Terrorgefahr: Pakistans Hauptstadt Islamabad in "höchster Alarmbereitschaft"

Die Welt hält den Atem an angesichts der Warnungen vor Terrorattacken der Taliban. Konkret bedroht scheint die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Dort herrscht nervöse Alarmstimmung.

Nach Hinweisen auf einen bevorstehenden massiven Taliban-Anschlag ist die pakistanische Hauptstadt Islamabad in "höchste Alarmbereitschaft" versetzt worden. "Wir haben eine sehr spezifische Bedrohung", sagte Islamabads Polizeichef Sikandar Hayat am Montag. "Wir sind für eine unbestimmte Zeit auf höchster Alarmbereitschaft. Es ist der höchste Sicherheitsgrad." Spezialkräfte durchkämmten die Margalla-Hügel am Stadtrand.

Hayat sagte, Extremisten planten, "neuralgische Gebäude" auf der Constitutional Avenue am Fuß der Margalla-Hügel anzugreifen. Dort liegen der Präsidentenpalast und die Büros des Premierministers. Es sei unklar, ob die Pläne der pakistanischen Taliban (TTP) in Zusammenhang mit dem internationalen Terroralarm stünden.

Paramilitärs am Flughafen

Aus Geheimdienstkreisen hieß es, nach Hinweisen auf einen entsprechenden Angriffsplan der Taliban seien Paramilitärs zur Verstärkung der Polizei am Hauptstadt-Flughafen stationiert worden. Gefängnisse, Flughäfen, hochrangige Politiker, westliche Botschaften und militärische Einrichtungen möglicherweise auch außerhalb Islamabads gehörten zu den wahrscheinlichen Angriffszielen.

In der südlichen Provinz Sindh seien Spezialkräfte zum Schutz von Gefängnissen in den Städten Hyderabad und Sukkur abkommandiert worden, verlautete aus Sicherheitskreisen. Vor wenigen Tagen hatten TTP-Kämpfer ein Gefängnis im Nordwesten Pakistans gestürmt und fast 250 Häftlinge befreit.

USA lassen 19 Botschaften geschlossen

Aus Furcht vor einem Terroranschlag haben die USA die Schließung ihrer Botschaften bis zum Ende der Woche verlängert. Das teilte das Außenministerium in Washington mit. Es wies aber zugleich darauf hin, dass die Maßnahme nicht auf neue geheimdienstliche Erkenntnisse vom Wochenende zurückzuführen sei. Man lasse vielmehr "eine Menge Vorsicht" walten. Am Sonntag hatten die USA 22 US-Vertretungen in islamischen Ländern von Mauretanien in Nordwestafrika bis ins südasiatische Bangladesch dichtgemacht.

Auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich schlossen ihre Botschaften im Jemen vorübergehend. Die deutsche Vertretung in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa soll nach Angaben einer Außenamtsprecherin am Dienstag wieder die normale Arbeit aufnehmen. Die anderen deutschen Botschaften im Ausland bleiben geöffnet.

kng/DPA / DPA