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Coronakrise: Top-US-Virologe fordert bundesweite Quarantäne und widerspricht (erneut) Donald Trump

Anthony Fauci ist auch außerhalb der USA bekannt dafür, Donald Trump in Sachen Coronakrise zu widersprechen. Nun plädiert der Virologe für eine landesweite Quarantäne – die der US-Präsident als "zu hart" ablehnt.

Donald Trump nennt den Kampf gegen das Coronavirus einen "kompromisslosen Krieg", doch, um im Bild zu bleiben, auf seine "Generäle" hört der Oberbefehlshaber dabei nur bedingt. Anthony Fauci etwa, einer der führenden Immunolgen der USA, gleichsam der amerikanische Christian Drosten, wundert sich, dass nur ein Teil der Bundesstaaten eine "Bleibt-zu-Hause-Politik" betreibt. Er verstehe nicht, warum das nicht überall angeordnet werde, sagte der Mediziner laut dem Sender CNN. "Wenn sie sich ansehen, was in diesem Land los ist, verstehe ich einfach nicht, warum wir das nicht tun", sagte er.

Keine landesweite Corona-Quarantäne

Rund 30 der insgesamt 50 US-Bundesstaaten haben angeordnet, dass die Bürger zu Hause bleiben sollen. Der US-Präsident glaubt, eine landesweite Quarantäne zu verhängen, sei nicht notwendig. Die einzelnen Staaten sollten das flexibel handhaben, da ihre Situation nicht immer miteinander vergleichbar sei, so Trump: "Nehmen sie einen Staat wie Alaska, der dieses Problem vielleicht nicht hat, dann wäre es schrecklich hart zu sagen: Macht den Laden zu."

Fauci wendet dagegen ein: "Wie viele Beweise brauchen wir denn noch? Wer glaubt, dass einem das nicht passieren kann – das ganze Land wimmelt von Gegenbeispielen; und im Übrigen auch der Rest der Welt." Der Virologe berät das Weiße Haus im Kampf gegen das Coronavirus, hat schon häufiger Donald Trump öffentlich widersprochen. 

Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten Corona-Infizierten: 246.000 Menschen haben sich laut der Johns-Hopkins-Universität bislang angesteckt. Auch die Zahl der Toten ist beispiellos: Zuletzt sind innerhalb von 24 Stunden 1169 Menschen an den Folgen er Covid-19-Erkrankungen gestorben. Bisheriger Rekord weitweit: 969 Corona-Tote am 27. März in Italien. Laut Prognosen der US-Regierung könnten insgesamt zwischen 100.000 und 240.000 Menschen an der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit sterben. Die Katastrophenschutzbehörde Fema forderte beim US-Militär bereits 100.000 Leichensäcke an.

Quellen: CNN, Johns-Hopkins-Universität, DPA, AFP

nik