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Trauermarsch nach Anschlag Die Merkel-Wand von Paris


Eine ultraorthodoxe Zeitung aus Israel hat aus dem Pariser Trauermarsch alle weiblichen Gäste wegretuschiert. Nun dreht ein Magazin den Spieß um, und erschafft den "Marsch der Millionen Merkels".
Von Niels Kruse

Dieses Bild dürfte der schlimmste Albtraum aller Deutschland-Hasser sein: Zwei Dutzend Angela Merkels, gleichsam eine ganze Kanzlerinnen-Wand, marschiert Arm in Arm. Bekleidet mit etwas untypischen Krawatten und Hüten bahnt sich die Merkel-Masse ihren Weg durch Paris. Was ist da los? Soviel zumindest: Diese Szene spielt in der französischen Hauptstadt und zu den Mänteln und Anzughosen gehören natürlich andere Gesichter: Die von Francois Hollande, Donald Tusk, Benjamin Netanjahu und Mahmut Abbas. Das jüdische "Tablet"-Magazin hat sich mit dieser Montage einen kleinen Scherz erlaubt. Nicht als Seitenhieb die deutsche Dominanz in Europa, sondern als Seitenhieb auf die ultraorthodoxe Presse.

Die extremkonservative, israelische Zeitung "Hamodia" hatte aus dem Foto vom Marsch der Staats- und Regierungschef nach dem Anschlag in Paris, kurzerhand sämtliche Frauen herausretuschiert. Eine gängige Praxis für die ultraorthodoxe Presse, deren Glaube die Darstellung von Frauen verbietet. Diese Art von Zensur sorgt in Israel regelmäßig für Spott und Kritik. Deswegen haben die "Tablet"-Macher nun den Spieß umgedreht und kurzerhand alle Teilnehmer in liebevoller Fummelarbeit merkelisiert - und auf Twitter mit dem ironischen Kommentar "für unsere charedischen (ultraorthodoxen, d.Red.) Brüder und Schwestern" verschickt.


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