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Tripolis Belagerung des libyschen Außenministeriums hält weiter an


Das Außenministerium in Tripolis wird weiter von libyschen Milizen umlagert. Sie forden den Rückzug von Getreuen des Gaddafi-Regimes aus der Verwaltung. Ministerpräsident Seidan kritisiert die Aktion.

Bewaffnete haben am Montag den zweiten Tag in Folge das Außenministerium in der libyschen Hauptstadt Tripolis belagert. Reporter berichteten am Montag, dass rund 30 Fahrzeuge, teils mit Luftabwehr-Geschützen bestückt, und dutzende Bewaffnete rings um das Gebäude Stellung bezogen hätten. Am Eingangsportal prangten Spruchbänder, mit der die Entlassung von Mitarbeitern des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi aus dem Staatsdienst gefordert wurde.

Die Belagerer verlangen die Verabschiedung eines Gesetzes, das derzeit vom Nationalkongress als höchster exekutiver Gewalt beraten wird. Damit sollen Getreue des Gaddafi-Regimes aus Regierung und Verwaltung entfernt werden. Das würde insbesondere im Außenministerium dazu führen, dass etliche Amtsträger entlassen werden müssen. Ein Sprecher der Milizen sagte AFP am Montag, dass "in den kommenden Stunden" Verhandlungen mit der Ministeriumsspitze aufgenommen werden sollten. Bis zur Verabschiedung des Gesetzes bleibe das Ministerium geschlossen.

Seidan spricht von weiteren "Sabotageakten"

Ministerpräsident Ali Seidan kritisierte die Aktion und sprach von weiteren "Sabotageakten" gegen das Innenministerium und das Staatsfernsehen in Tripolis. Das Volk müsse die Regierung beim Widerstand gegen bewaffnete Gruppen unterstützen, "die das Land destabilisieren und Ausländer sowie Botschaften terrorisieren wollen". Ein Vertreter des Außenministeriums hatte zuvor bereits von einem "extrem verletzenden" Vorgehen der Protestierenden gesprochen, ihre Forderungen aber als "legitim" bezeichnet.

Im Zuge der Aufstände in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten Anfang 2011 hatte auch eine Revolte gegen Gaddafi eingesetzt. Nach blutigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen wurde der Machthaber nach jahrzehntelanger Herrschaft am 20. Oktober 2011 festgenommen und unter bis heute ungeklärten Umständen getötet. Die derzeitige Führung des Landes schafft es bislang nicht, die zahlreichen Milizen zu entwaffnen.

fle/AFP AFP

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