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Religiöse Inklusion: Dresscode angepasst: US-Luftwaffe erlaubt seinen Soldaten Turban, Bart und Verschleierung

Die US-amerikanischen Luftstreitkräfte möchten es Angehörigen der Sikh-Religion und des Islam erleichtern, für sie zu kämpfen. Dafür haben sie nun unter anderem die Kleiderordnung angepasst.

Turban, Bart und Verschleierung: US-Luftwaffe passt Kleiderordnung an

Juni 2019 wurde es erstmals einem Angehörigen der Sikh-Religion gestattet, seinem Militärdienst bei der US-Airforce mit Turban und Vollbart nachzugehen (Symbolfoto)

Getty Images

Die amerikanische Luftwaffe hat ihren Dresscode angepasst, um es Rekruten zu erleichtern, sich für den Armeedienst zu bewerben. Bislang mussten sie meist ihre religiös geprägte Kleidung dafür ablegen.

Die Neuregelung, die vergangene Woche verabschiedet wurde, gestattet es nun ausdrücklich, dass auf Angehörige der Sikh-Religion und auf Muslime ausreichend Rücksicht genommen wird. Jetzt dürfen sie beim Militärdienst etwa Turbane, Bärte, Langhaar-Frisuren oder Hijabs, also gesichtsverdeckende Kopfbekleidung, tragen. Lediglich "ordentlich und angemessen" müsse ihr Aussehen sein, wie CNN berichtet.

Turban, Vollbart und Co. dienen religiöser Inklusion

Anwälte beider Religionsgemeinschaften begrüßten die Änderung als Zeichen religiöser Inklusionbemühungen der Streitkräfte. Jedoch wurden auch Stimmen laut, denen die Neuregelung längst nicht weit genug ging. "Wir unterstützen diesen Vorstoß als ersten Schritt religiöser Gleichbehandlung aller Glaubensrichtungen", sagte Ibrahim Hopper, Pressesprecher des Instituts für Amerikanisch-Islamische Beziehungen, in einem Statement.

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Auch die Amerikanische-Sikh-Veteranen-Vereinigung freut sich über die Entscheidung des US-Militärs, dass es nun auch Minderheiten gestattet ist, ohne Einschränkung ihren Dienst an der Waffe zu leisten. "Sikh dienten bereits in ehrenvoller und erfolgreicher Weise in diversen Streitkräften – sowohl in den USA, als auch weltweit. Jetzt wurde die ständig wiederholten Bekundung, dass Sikh in jedem Bereich gleichberechtigt seinen, endlich in eine handfeste Richtlinie gegossen", sagte Giselle Klapper aus dem Anwaltsteam der Sikh-Vereinigung.

Die Sikh-Religion entstand im 15. Jahrhundert in der heute zwischen Indien und Pakistan geteilten Region Punjab. Ihre höchste Reliquie ist ein Schrein ihres Religionsgründers Guru Nanak in der pakistanischen Stadt Kartarpur. Die Sikh-Religion vertritt die Einheit der Schöpfung und verehrt eine Gottheit, die weder Mann noch Frau ist.

Quelle: CNN

km