VG-Wort Pixel

Trotz Rückzug der Russen "Das ist noch keine Wende": Militärstratege rechnet nicht mit baldigem Kriegsende

Sehen Sie im Video: Philipp Eder, Leiter Militärstrategie beim österreichischen Bundesheer. schätzt die aktuelle Lage in der Ukraine ein.




Mit Blick auf die Rückeroberungen in der Region Cherson: Sei Wochen sei zu beobachten, dass die Ukrainer die Russen von ihrer Versorgung abschneiden, "jetzt konnten die Ukrainer entdecken wo die russischen Kräfte mittlerweile eher schwach sind und haben in den letzten drei Tagen circa 10 Kilometer Geländegewinne erzielt". Ob die Stadt Cherson wieder von den Ukrainern zurückerobert werden kann hängt davon ab wie sich die Versorgung der Russen auf deren Moral auswirkt. Wenn die Russen von der Versorgung abgeschnitten sind, "würde es vernünftiger sein aus militärischer Sicht, wenn sich die russischen Truppen wieder in den Süden zurückziehen".
Ukraine unterbricht Versorgung russischer Truppen
Im Nord-Osten war es das Ziel der Ukrainer Versorgungslinien der Russen zu unterbrechen, "dann gelang ihnen, auch für die ukrainischen Streitkräfte überraschend, weitaus mehr und sie dringen jetzt auch in den Bezirk Luhansk ein." "Die lange Frontlinie von über 1.200 Km ist von den Russen nicht zu verteidigen, die ukrainischen Streitkräfte verfügen auf allen Ebenen hervorragende Aufklärungsergebnisse, sie wissen sehr genau, wo befinden sich russische Truppen – sobald sie eine Schwäche erkennen greifen die Ukrainer sehr vehement dort an." "Im Endeffekt sind es sehr stark die westlichen Waffenlieferungen die eine Pendelbewegung herbeigeführt haben (…), jetzt ist es so dass die ukrainischen Streitkräfte durch eigene neue Artilleriegeschütze und durch Fliegerabwehr die sie bekommen haben, die russischen Streitkräfte neutralisieren können."
Russland nicht überall auf dem Rückzug
"Man muss die Kirche im Dorf lassen, wir haben eine 1200 Kilometer lange Front, es ist nicht überall so dass die ukrainischen Streitkräfte große Erfolge erzielen und in der Region Cherson reden wir von 10 Kilometern am Tag; das sind Erfolge auf der taktischen Ebene, das heißt aber noch lange nicht das eine Wende im Krieg zu beobachten ist."
"Ich rechen schon damit, dass uns dieser Krieg noch viel länger begleiten wird, weil die politischen, strategischen Ziele von beiden Seiten noch lange nicht erreicht sind."
Erheblicher Munitionsverbrauch
"Der Munitionsverbrauch ist in manchen Frontabschnitten erheblich, in einer Höhe wie wir es seit dem 2. Weltkrieg kaum mehr kennen." "…weswegen es auch notwendig sein wird, westliche Kampfpanzer, Schützenpanzer den ukrainischen Streitkräften zur Verfügung zu stellen."
Mehr
Die Ukraine erobert Gebiete zurück, die russischen Truppen sind auf dem Rückzug. Trotzdem sagt Brigadier Philipp Eider, dass das noch nicht die Wende im Krieg in der Ukraine ist. Warum, erklärt der Leiter Militärstrategie beim österreichischen Bundesheer im Video.
n-tv

Mehr zum Thema

Newsticker