HOME

Ultimatum verstrichen: Gespenstische Stille

Die Frist für Saddam Hussein, den Irak zu verlassen, ist um 2.00 Uhr MEZ abgelaufen. Das Ultimatum verstrich, ohne dass es zunächst zu einem Militärschlag kam. Hinweise darauf, dass der Staatschef außer Landes ist, gibt es nicht.

Das amerikanische Ultimatum an Saddam Hussein ist am frühen Donnerstagmorgen abgelaufen. US-Präsident George W. Bush hatte dem irakischen Staatschef bis 2.00 Uhr MEZ eine letzte Chance gegeben, das Land zu verlassen. Das Ultimatum verstrich, ohne dass es zunächst zu einem amerikanischen Militärschlag kam. Bush hatte erklärt, nach Ablauf des Ultimatums würden die USA zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl angreifen. Der irakische Präsident hatte auch ein letztes Angebot aus Bahrain, dorthin ins Exil zu gehen, nicht beachtet.

Der US-Geheimdienst CIA hat nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN keine Hinweise darauf, dass Saddam Hussein das Land verlassen hat. CIA-Chef George Tenet habe Bush dies mitgeteilt.

275000 Soldaten stehen bereit

275000 amerikanische und britische Soldaten stehen in der Region bereit. Militärexperten erwarten zu Beginn des Krieges zunächst massive Luftangriffe. Am Mittwoch verstärkten amerikanische und britische Kampfflugzeuge ihre Angriffe in der Flugverbotszone im Süden des Iraks. Mindestens neun Luftabwehrstellungen und Kommunikationseinrichtungen seien bombardiert worden, teilte das US-Militär mit.

Nach Angaben der Militärs warfen US-Flugzeuge auch Tausende Flugblätter über irakischen Truppenstellungen ab. Darin seien den Soldaten genaue Anweisungen für eine Kapitulation gegeben worden. 17 irakische Soldaten haben sich nach CNN-Informationen bereits den US- Streitkräften im Norden Kuwaits ergeben.

Fischer verurteilt einen Angriff scharf

Bundesaußenminister Joschka Fischer flog nach der Sitzung des Weltsicherheitsrats in New York am Mittwochabend (Ortszeit) nach Berlin ab. In der Debatte des Sicherheitsrats hatte Fischer den erwarteten amerikanischen Angriff erneut scharf verurteilt.

DPA