Ungewöhnliches Ersuchen aus Pakistan Schweiz soll Strafverfahren gegen Präsidenten wieder aufnehmen


Auf Druck des Obersten Gerichtshofs hat Pakistan die Schweiz um Wiederaufnahme eines Strafverfahrens gegen Präsident Asif Ali Zardari gebeten.

Auf Druck des Obersten Gerichtshofs hat Pakistan die Schweiz um Wiederaufnahme eines Strafverfahrens gegen Präsident Asif Ali Zardari gebeten. Ein entsprechendes Ersuchen sei an die Schweizer Staatsanwaltschaft verschickt worden, sagte ein Sprecher der pakistanischen Anti-Korruptionsbehörde am Mittwoch.

Das ungewöhnliche Ersuchen bringt den wachsenden Konflikt zwischen Staatsoberhaupt und Justiz zum Ausdruck. Im Jahr 2003 hatte ein Genfer Gericht Zardari und seine Ehefrau Benazir Bhutto wegen Geldwäsche zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und einer Geldstrafe verurteilt.

Die Richter befanden das Ehepaar in Abwesenheit für schuldig, Millionen von Schweizer Franken in dem Land gewaschen zu haben. Doch die Strafe wurde nie vollstreckt. Bhutto handelte 2008 mit der damaligen pakistanischen Regierung eine Amnestie aus, um in ihre Heimat zurückkehren und als Präsidentin kandidieren zu können.

Die Schweiz ließ daraufhin auf Bitten Pakistans die Vorwürfe fallen. Bhutto wurde von Terroristen ermordet, doch ihr Ehemann gewann an ihrer Stelle die Wahl. Im vergangenen Dezember erklärte der Oberste Gerichtshof die Amnestie für unzulässig.

Am Dienstag drohten die Richter dem Chef der Anti-Korruptionsbehörde mit einer Gefängnisstrafe, falls er sich nicht für eine Wiederaufnahme des Verfahrens in der Schweiz einsetze. Ein Sprecher des Schweizer Justizministeriums sagte, es sei noch keine Nachricht aus Pakistan eingetroffen.

APN APN

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