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Union Jack, Silberfarn, oder?: Neuseeländer sollen über neue Flagge abstimmen

Seit fast 150 Jahren haben die Neuseeländer ihre Flagge mit dem Union Jack und den Sternen. Fast ebenso lang wird über sie gestritten. Nun soll das Volk entscheiden, ob es eine neue haben möchte.

Der britische Union Jack und die vier Sterne des Kreuz des Südens auf dunkelblauem Grund stehen seit fast 150 Jahren für Neuseeland

Der britische Union Jack und die vier Sterne des Kreuz des Südens auf dunkelblauem Grund stehen seit fast 150 Jahren für Neuseeland

Die Bürger Neuseelands sollen in den kommenden beiden Jahren in zwei Referenden über ihre Nationalflagge abstimmen. Der konservative Premierminister John Key, der den britischen Union Jack von der Fahne verbannen will, teilte am Mittwoch mit, bis zum kommenden Jahr solle eine parteiübergreifende Kommission mehrere Vorschläge für eine neue Flagge vorlegen, aus denen dann in einer ersten Volksabstimmung einer ausgewählt werden solle. In einem zweiten Referendum im Jahr 2016 sollten die Wähler dann die Wahl zwischen der bisherigen und der ausgewählten neuen Fahne haben.

Key hatte vor der Parlamentswahl im September versprochen, im Fall eines Siegs seiner Konservativen die Flaggenfrage per Referendum klären zu lassen. Nach seiner Ansicht steht die derzeitige Fahne mit dem blau-weiß-roten Union Jack in der oberen linken Ecke und vier Sternen auf blauem Grund für eine "koloniale und postkoloniale Ära, deren Zeit vorbei ist". Zudem würde die Kultur der Maori durch die jetzige Flagge nicht repräsentiert.

Keys persönlicher Favorit ist ein Silberfarn auf schwarzem Grund - ein Symbol, das bereits von neuseeländischen Sportteams wie der Rugby-Nationalmannschaft All Blacks genutzt wird. Immer wieder gab es neue Vorschläge für eine Flagge. 1983 entwickelte der aus Österreich stammende Wahl-Neuseeländer Friedensreich Hundertwasser einen Entwurf, der eine grüne Spirale zeigt, in Anlehnung an einen sich entrollenden Farnwedel. In ihrer jetzigen Form wird die Flagge bereits seit 1869 verwendet.

ono/AFP / AFP
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