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Unterirdische Explosion Nordkorea meldet "erfolgreichen" Atomtest


Nordkorea testet die Atombombe - zum dritten Mal. Nachdem das Regime in Pjöngjang stundenlang zu Spekulationen geschwiegen hatte, heißt es jetzt: Der Test war erfolgreich.

Das kommunistische Nordkorea hat seine Drohung wahrgemacht und einen neuen Atomwaffentest unternommen. Die amtliche Agentur KCNA meldete, ein miniaturisierter Sprengsatz mit großer Stärke sei gezündet worden. Der Test sei in sicherer und perfekter Art und Weise ausgeführt worden.

Bevor die nordkoreanische Regierung den Test offiziell bestätigte, waren mehrere Länder auf ein künstliches Erdbeben aufmerksam geworden. Es habe in der Region des nordkoreanischen Testgeländes Punggye Ri eine Explosion mit einer Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen gegeben, hieß es vom südkoreanischen Verteidigungsministerium.

Erdbebenwarten verschiedener Länder registrierten am Dienstag kurz vor 4 Uhr MEZ ein "künstliches Erdbeben" im Nordosten Nordkoreas, wo das Testgelände Punggye Ri liegt. "Wir glauben, dass Nordkorea womöglich einen Atomtest durchgeführt hat", sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz in Tokio. Der Erdstoß sei "kein normales Erdbeben" gewesen, erklärte das japanische Wetteramt. Die Stärke der Erschütterung habe der Stärke 5,2 entsprochen.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium sprach seinerseits von einer Stärke von 4,9, woraus sich die vermutete Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen ergebe. Zugleich gab das Ministerium bekannt, dass Pjöngjang die Regierungen in Washington und Peking vor der Explosion gewarnt habe. In New York wurde angesichts des mutmaßlichen Atomtestes nach Angaben von Diplomaten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates einberufen.

Ob Nordkorea wirklich einen Atomtest vornahm, blieb bis zur Bestätigung aus Pjöngjang einige Stunden unklar. Die Führung des international isolierten Landes hüllte sich zunächst in Schweigen.

Nur wenige Stunden vor der Explosion hatte die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA allerdings eine "Aktion hoher Intensität" angekündigt. Auch wenn der KCNA-Bericht einen Atomtest nicht explizit erwähnte, so heizte er doch Spekulationen über einen baldigen Test an.

Nordkorea hatte bereits 2006 und 2009 Atomtests vorgenommen, die jeweils UN-Sanktionen nach sich zogen. Nachdem Pjöngjang im Dezember vergangenen Jahres eine Langstreckenrakete testete, verhängte der UN-Sicherheitsrat im Januar neue Sanktionen gegen das kommunistische Land. Offenbar in Reaktion darauf kündigte Nordkorea kurz darauf einen neuen Atomwaffentest an, ohne jedoch ein Datum zu nennen. Experten vermuteten daraufhin, dass der Test womöglich vor dem Geburtstag des verstorbenen Ex-Machthabers Kim Jong Il am 16. Februar stattfinde.

Moskau ist alarmiert

Russland verurteilte den neuen Atomtest in Nordkorea. Das Land habe damit wiederholt gegen Resolutionen des Weltsicherheitsrates verstoßen, kritisierte ein Sprecher des russischen Außenministeriums der Agentur Interfax zufolge am Dienstag.

Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigte eine Prüfung der Lage in seiner Grenzregion zu Nordkorea an. Es sei auf russischem Gebiet bisher kein Anstieg der Radioaktivität zu verzeichnen, teilten die oberste Gesundheitsbehörde und der meteorologische Dienst mit.

anb/AFP AFP

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